Mittelalter hautnah - Schüler erleben erforschend das Mittelalter (Schuljahr 2017/18)
Lautes Kampfgeschrei, klingende Schwerter und hitzige Gefechte - gebannt verfolgten die Jugendlichen jeden Schritt und jede Bewegung des Deutschordensritters und seines Knappen, die sich auf der Bühne des Forums im Deutschhaus-Gymnasium einen erbitterten Kampf lieferten. Die Schaukampftruppe Keilerey lässt die Welt der Ritter lebendig werden und gestaltet schon seit einigen Jahren den Auftakt zu den regelmäßig durchgeführten drei fächerübergreifenden Projekttagen der 7. Jahrgangsstufe zum Thema Mittelalter.
Die Schülerinnen und Schüler arbeiten selbständig mit Texten, Filmen und unterschiedlichen Materialien und lernen im Austausch mit ihrer Gruppe, indem sie sich nicht nur mit tapferen Rittern, Turnieren und Schurken oder den mächtigen Burgen und deren Burgherren in ihrer Heimat beschäftigen. Sie tauchen ein in die Welt des mittelalterlichen Minnesangs, lernen Walther von der Vogelweide näher kennen und entschlüsseln Epen wie die von Iwein und Parzival. Mit viel Interesse und Eifer erkennen die Jugendlichen Zusammenhänge zwischen dem Mittelhochdeutschen und unserer jetzigen Sprache und vergleichen die Lebensbedingungen von wîben unde frouwen, den Frauen im Mittelalter, mit heute.
Zum Abschluss des Lernzirkels präsentiert jede Gruppe ihre Ergebnisse in überraschender Form, so dass sie selbst als mittelalterliche Frauen auftreten, einen Minnesänger in die heutige Zeit versetzen oder die Ähnlichkeiten eines vorbildlichen Ritters mit einem Helden aus der aktuellen „Star wars“- Folge vorstellen.
Das Mittelalter lebendig werden lassen, auf seine Spuren in der eigenen Stadt und Region aufmerksam machen, aktuelle Bezüge zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler schaffen, kreativ werden, Lerninhalte selbst entdecken, mit verschiedenen Materialien Produkte gestalten und mit modernen audiovisuellen Medien arbeiten – diese Ziele hat das fächerübergreifende Stationenlernen zum Mittelalter. Eine Exkursion zur Festung Marienberg mit einem museumspädagogischen Programm im Museum für Franken ergänzt und vertieft das Lernen in der Schule durch das Lernen vor Ort.
„Eigentlich schade, dass wir nur drei Tage Zeit hatten!“ und die Frage „Können wir nicht öfter selbständig lernen?“ beschreiben die positive Reaktion einiger Schüler und zeigen, dass Selbermachen immer noch viel spannender als jedes Mittelalter-Spektakulum ist.
Text: C. Hochmuth, A. Neuberger