Modellklassen

Die Modellklassen fördern besonders begabte Schülerinnen und Schüler mit individuellen Lernwegen, selbstständigem Arbeiten und einem erweiterten pädagogischen Konzept.

Auf einen Blick

Seit dem Jahr 2001 wird am Deutschhaus-Gymnasium in jeder Jahrgangsstufe eine Modellklasse für besonders begabte Schülerinnen und Schüler gebildet. Dem Unterricht in den Modellklassen liegen ein eigenes inhaltliches Konzept, ein gemeinsames pädagogisches Leitbild und besondere Lernwege zugrunde.

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Zielsetzung

Grundsätzlich ist die Konzeption darauf abgestimmt, dass schnell lernende und besonders interessierte und begabte Schülerinnen und Schüler ihren Begabungen gemäß gefördert werden. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Formen selbständigen Arbeitens.

Die Modellklassen folgen dem bayerischen Lehrplan für das neunjährige Gymnasium und sind der Naturwissenschaftlich-Technologischen Ausbildungsrichtung zugeordnet. Dieses Profil wird um einen sprachlichen und geisteswissenschaftlich-philosophischen Schwerpunkt sowie um Elemente ergänzt, die die Selbstreflexion und die Übernahme von Verantwortung fördern.

Aktuelles

Die Informationsabende für die Aufnahme im Schuljahr 2026/27 finden statt am Dienstag, 13.01.2026 bzw. Donnerstag, 12.02.2026 jeweils um 19 Uhr am Deutschhaus-Gymnasium Würzburg. Eine Anmeldung für den Informationsabend ist nicht notwendig. Vom Inhalt her ist er an Eltern gerichtet.
 

Konzept

Die Modellklassen folgen dem bayerischen Lehrplan und dabei der Naturwissenschaftlich-Technologischen Ausbildungsrichtung mit Chemie, Physik und Informatik als Schwerpunkte ab der 8. Jahrgangsstufe. Dieses Profil wird fachlich ergänzt um einen sprachlichen und geisteswissenschaftlich-philosophischen Schwerpunkt erweitert. Die Sprachenfolge sieht Englisch (5. Klasse) und Französisch (6. Klasse) vor; eine dritte Fremdsprache ist verpflichtend zu erlernen – entweder über einen mindestens zweijährigen Wahlkurs in einer Fremdsprache (Chinesisch, Italienisch, Latein) oder in Form der spät beginnenden Fremdsprache Spanisch, die dann Französisch ersetzt.

Mehrere Zusatzfächer, die im Klassenverband stattfinden, ergänzen das Fachangebot. Die Modellklassen haben damit eine bis maximal zwei Wochenstunden mehr Unterricht als reguläre Gymnasialklassen. Dabei handelt es sich um folgende Fächer:
Im Fach Kreatives Gestalten geht es darum, Ausdrucksfähigkeit, Auftreten und Sprechen zu schulen. Die Klassen führen kleinere Theaterprojekte durch, die häufig Elemente aus den Fächern Musik und Kunst integrieren.

Das Fach Personale Kompetenz zielt besonders auf die Erweiterung der Selbst – und Sozialkompetenzen ab. In der fünften Klasse liegt der Schwerpunkt auf der Vermittlung von Lern- und Arbeitstechniken. In Jahrgangsstufe sechs steht das soziale Verhalten in der Klasse und der Umgang mit Konflikten im Mittelpunkt. In der siebten Jahrgangsstufe engagieren sich die Schülerinnen und Schüler in kleinen Projekten in der Kooperation mit externen Partnern (z.B. Umweltstation, Seniorenheim) für andere. In der achten Klasse beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit praktischer Rhetorik und Präsentationstechniken. In allen Jahrgangsstufen stehen außerdem die Anleitung zum selbständigen Arbeiten und dessen Reflexion auf dem Programm.

Im Fach Europäisches Denken werden die philosophischen Grundlagen unserer Gesellschaftsordnung, Werteorientierung und unseres Menschenbildes vermittelt, die geprägt sind von Denkern der Antike und der Aufklärung. In der achten Jahrgangsstufe stehen dabei antike Mythen der Welterklärung im Mittelpunkt. In Klasse neun werden für die Lebensgestaltung elementare Fragestellungen (Glück, Sinn, Liebe) thematisiert und philosophisch beleuchtet. In der zehnten Jahrgangsstufe wird ein historisch orientierter Durchgang durch die europäische Philosophie gegeben.

Um den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, die eigenen Interessen vielseitig und umfangreich zu entwickeln, unterstützt und fördert die Schule ausdrücklich die individuelle Teilnahme an externen Angeboten, wie Akademiekursen und Ferienangeboten. Daher gehören in den höheren Klassen auch erste Kontakte zur Universität in verschiedenen Formaten zum Konzept.

Grundlagen

Grundlage der pädagogischen Arbeit in den Modellklassen ist die Personorientierte Pädagogik. Begabungsförderung heißt im Sinne der Personorientierten Pädagogik, die Begabungen und Potenziale der Kinder und Jugendlichen zu entdecken und zur Entfaltung zu bringen. Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, ihre eigene Bildungsbiografie verantwortlich mitzugestalten. Lehrkräfte sollen selbstgesteuertes und selbstverantwortliches Lernen ermöglichen und unterstützen. Die Persönlichkeitsentwicklung von Schülerinnen und Schülern hin zu Selbständigkeit, sozialer Kompetenz und ethischer Verantwortung ist neben der Aneignung von Wissen zentrales Element einer fundierten Begabungsförderung.
Alle Begabungsmodelle und auch die täglichen schulischen Erfahrungen zeigen, dass Hochbegabung nicht bereits Hochleistung bedeutet, sondern dass vielfältige Faktoren bei der Umsetzung von Begabung in Leistung eine Rolle spielen. Dies gilt für alle Schülerinnen und Schüler. 
Das Angebot der Hochbegabtenklassen richtet sich daher nicht nur an Schülerinnen und Schüler, deren herausragende Begabung bereits durch schulische Leistungen dokumentiert ist, sondern auch an Kinder, die im Umgang mit Problemen besondere Kreativität und Originalität zeigen oder die nach den Erkenntnissen der Begabungsdiagnostik eine weit überdurchschnittliche Intelligenz vermuten lassen. 
Darüber hinaus wird davon ausgegangen, dass es spezielle Begabungen geben kann, die ebenfalls einer besonderen Förderung bedürfen. 
Jedes Kind, jeder Jugendliche soll die Möglichkeit bekommen, seine besonderen Begabungen bestmöglich kennenzulernen und zu entfalten – zu seinem eigenen Wohl und zum Wohl der Gesellschaft! (zitiert nach „Begabungs- und Hochbegabtenförderung - Grundverständnis“ G.Weigand und A. Hackl).

Begleitung

Aus diesem Verständnis heraus ist in den Modellklassen eine Begleitstruktur entstanden, in der die Schülerinnen und Schüler von ihren Lehrkräften nicht nur unterrichtet, sondern auch begleitet werden:

  • Die Modellklassen werden von einem Lehrerteam aus mehreren Lehrkräften geführt. Das Lehrerteam trifft sich wöchentlich, um zusammen mit der Klasse oder einzelnen Schülerinnen und Schülern Fragen und Themen zu besprechen oder um gemeinsame fächerübergreifende Vorhaben und Projekte zu planen. Durch das Lehrerteam wird sichergestellt, dass die Lehrkräfte der Klasse gemeinsame pädagogische Ziele verfolgen und umsetzen.
  • Das Lehrerteam setzt sich aus den Kontaktlehrern zusammen. Die Kontaktlehrkräfte betreuen jeweils eine kleinere Gruppe von Schülerinnen und Schüler individuell; sie sind für diese und für die Eltern persönliche Ansprechpartner. Ziel des Kontaktlehrersystems ist es, die Kinder in ihrer Entwicklung sowie in ihrem Lern- und Arbeitsverhalten zu begleiten. Dies erfolgt in Einzelgespräche und/oder Eltern sowie in Gruppentreffen, in denen sich jede Lehrkraft mit den ihm zugeordneten Kindern trifft. In Jahrgangsstufe 5 – 7 ist eine Kontaktlehrerstunde fest im Stundenplan verankert. In den höheren Jahrgangsstufen findet die Begleitung individuell und anlassbezogen statt. 
  • Ein weiterer Eckpunkt des Projektes ist die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule. Das Deutschhaus-Gymnasium erwartet, dass sich Eltern und Schule gegenseitig zu dieser Zusammenarbeit verpflichten – eine schriftliche Vereinbarung hierzu wird nach Aufnahme in die Modellklassen von beiden Seiten unterzeichnet. Die Kooperation findet u.a. im Rahmen von Elternabenden, Präsentationsabenden, Rund-Mails, individuellen Nachrichten und Gesprächen statt. 
  • Für die Begleitung stehen außerdem Herr Purius, der die Kinder seit dem Aufnahmeverfahren kennt und betreut, und Frau Meyer aus der Schulleitung, die u.a. für die Klassenkonferenzen der Modellklassen zuständig ist und diese bis zur Oberstufe begleitet, zur Verfügung.

Vertiefungsarbeit

In den Jahrgangsstufen acht bis zehn fertigen die Schülerinnen und Schüler sog. Vertiefungsarbeiten an. Dabei beschäftigen sie sich etwa ein halbes Jahr lang mit einem selbst gewählten Fach und Thema und erarbeiten ein Ergebnis (Modell, Präsentation, Film, Buch, Erfindung), das sie anderen vorstellen. Bei der eigenverantwortlichen Entwicklung des individuellen Projektes lernen die Schülerinnen und Schüler Arbeitsprozesse langfristig zu planen. Die verpflichtende Präsentation bezieht die anderen Mitglieder der Klasse und Schule ein.

Projektwoche

Jede Klasse führt mit ihrem Lehrerteam jedes Jahr eine Projektwoche durch. Dabei entscheiden die Lernenden zunehmend eigenständig über das Thema und die Schwerpunkte, die in Kleingruppen erarbeitet werden. Im Mittelpunkt steht jeweils das kooperative, themenzentrierte und ergebnisorientierte Arbeiten. Die Ergebnisse werden bei einem Elternabend vorgestellt. In höheren Jahrgangsstufen werden möglichst externe Projekte angeboten.

Sozialpraktikum

In Fortführung des sozialen Engagements in der siebten Jahrgangsstufen leisten die Schülerinnen und Schüler der zehnten Klasse ein fünfundzwanzig-stündiges Sozialpraktikum. Dabei können sie eine der Einrichtungen mit verschiedenen Schwerpunkten wählen, mit denen das DHG zusammenarbeitet, z.B. Kinderbetreuung, Unterstützung der Tafel oder von Geflüchteten. Ziel ist es, die Jugendlichen mit einer anderen Lebenswirklichkeit vertraut zu machen und ihr Verantwortungsbewusstsein für die Gesellschaft zu stärken.

 

Aufnahmeverfahren

Grundvoraussetzung für die Aufnahme in die 5. Klasse ist ein bayerisches Übertrittszeugnis für das Gymnasium oder ein Nachweis über den bestandenen Probeunterricht.
Das schulinterne Aufnahmeverfahren ist mehrstufig und sieht folgende Schritte vor:

1) Teilnahme an einem der Informationselternabende (Januar/Februar).
2) Anmeldung für die Gruppentestung per Mail beim Schulpsychologen Herrn Purius
3) Gruppentestung am Deutschhaus-Gymnasium (Januar - März): Dazu werden ca. zehn Kinder gleichzeitig eingeladen. Neben einem Intelligenztest werden Fragebogenverfahren eingesetzt, in denen weitere Persönlichkeitsaspekte (z. B. Motivation) erfasst werden.
4) Ein ca. dreiviertelstündiges Elterngespräch mit dem Schulpsychologen auf Grundlage eines Elternfragebogens und der Testergebnisse.
5) Teilnahme an den Kennenlerntagen am Deutschhaus-Gymnasium, in der Regel im April.

Eine endgültige Zusage erfolgt nach den Kennenlerntagen auf Grundlage aller erhobenen Daten und Beobachtungen.

Die Aufnahme in eine höhere Jahrgangsstufe findet in der Regel zu Beginn eines Schuljahres statt. Voraussetzung ist, dass in der entsprechenden Jahrgangsstufe der Modellklassen ein Platz frei ist.
Für die Aufnahme in eine höhere Jahrgangsstufen führt Hr. Purius gegen Ende des Schuljahres vor dem Wechsel (Ende Juni/Anfang Juli) eine Begabungsdiagnostik durch. Bei entsprechender Eignung bieten wir dem Schüler/der Schülerin eine Hospitation in der zukünftigen Klasse an. Bei Interesse kontaktieren Sie bitte Herrn Purius bis spätestens Ende Mai. Beachten Sie, dass die Sprachenfolge in den Modellklassen Englisch/Französisch ist. 

Ansprechpartner für unsere Modellklassen

Jens Purius

  • Modellklassen
  • Schulpsychologie
  • Kompetenzzentrum

Aufgabenschwerpunkte

Schulpsychologe, Lehrer für Mathematik, StD

  • Psychologische Beratung
  • Diagnostik
  • Aufnahmeverfahren
  • Weiterentwicklung der Konzeption
  • Pädagogische Fragen
  • Koordination des Regionalforums Begabtenförderung Unterfranken
  • psychologische Beratung und Diagnostik

Telefonsprechstunde:
Dienstag 10:00 - 11:00 Uhr

Holger Seefried

  • Modellklassen
  • Schulleitung
  • Kompetenzzentrum
  • Modellklassen

Aufgabenschwerpunkte

Mitarbeiter im Direktorat, StD

  • Stundenplan
  • Vertretungsplan
  • Terminkoordination
  • Statistiken und Raumplanung
  • Koordinator MINT-ec
  • Ehemaligenarbeit (Föver e.V.)
  • Kompetenzzentrum für Begabtenförderung
  • Leistung macht Schule LemaS

Ute Meyer

  • Modellklassen

Aufgabenschwerpunkte

Mitarbeiterin im Direktorat, StDin

  • Verwaltung der Schülerdatei
  • Klassenbildung
  • besonderer Unterricht
  • Ansprechpartnerin für Modellklassen
  • Begabungsförderung
  • Frühstudium
  • Homepage

Katrin Nietzold

  • Modellklassen

Aufgabenschwerpunkte

Teamleiterin Modellklassen, OStRin

  • Teamleitung
  • Organisation
  • Weiterentwicklung der Konzeption
  • Pädagogische Fragen