Besuch des Stasi-Archivs in Suhl durch die Klassen 10a und 10d am 9.11.2017 - ein Einblick in Opferschicksale des DDR-Unrechtsregimes (Schuljahr 2017/18)
Das „Ministerium für Staatssicherheit“ („MfS“), oder die „Stasi“, wie es den meisten wohl geläufiger ist, machte die DDR zum totalen Überwachungsstaat. Aber was bedeutete dies für das Leben der DDR-Bürger konkret und was hat die Stasi eigentlich alles gemacht? – Um dieser Frage auf den Grund zu gehen machten wir uns, die Klassen A und D der zehnten Jahrgangsstufe, am 9. November, dem Jahrestag der Friedlichen Revolution von 1989, auf den Weg zur Außenstelle der Stasi-Unterlagenbehörde in Suhl, ein unscheinbares Gebäude in einer Plattenbausiedlung. Zum Einstieg in die Thematik des bevorstehenden Tages sahen wir zunächst den beklemmenden Film „Ein Volk unter Verdacht - die Staatssicherheit der DDR“. Die Stasi war Geheimdienst und Geheimpolizei zugleich. Die Geheimpolizei hatte die innere Sicherheit des DDR-Staates zu wahren, verletze jedoch massiv Bürger- und Menschenrechte. Im Film berichten Zeitzeugen über ihre Erfahrungen mit den Mfs-Mitarbeitern, über ihre Verfolgungsängste und ihre Haftstrafen. Nur wenn man sich unauffällig verhielt, konnte man Wanzen und Bespitzelungen, die z.T. von Angehörigen der eigenen Familie ausgeführt wurden, entgehen. Jedes aufgezeichnete oder mitgelauschte Wort wurde danach in Akten abgefasst und ist seit der Sicherstellung der Stasiarchive nach der Wende zugänglich, wie uns zwei Mitarbeiterinnen des heutigen Archivs berichteten. Bei unserem Besuch in der Außenstelle durften wir einen rekonstruierten Arbeitsplatz eines Stasimitarbeiters und die riesige Karteikartensammlung mit 1,3 Million Karteikarten anschauen. Diese lagern in Paternosterschränken und machen es überhaupt erst möglich, die gesuchte Akte im Archiv zu finden, in dem mehr als 3,7 laufende Kilometer Unterlagen aufbewahrt werden. Aus Gründen des Datenschutzes durften wir letzteres nicht besichtigen. Um jedoch einen Einblick zu bekommen, was dort an detaillierten Akten lagert, fanden wir uns nach einer Mittagspause in Gruppen zusammen. Gemeinsam wurde dort mittels verschiedener Arbeitshefte, die detaillierte Auszüge aus MfS-Akten enthielten, einzelne Schicksale von Opfern des DDR-Unrechtsstaates erarbeitet. Zunächst in kleiner Runde besprochen, wurden die Fälle später nochmal vor den Mitschülern beider Klassen vorgestellt.
Die Exkursion nach Suhl rundete die in der Schule vorangegangene interessante Lernzirkelarbeit zur DDR und Mauerfall ab.
Text: Stefan B., Marco B., Vinzenz D., 10d
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