Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!
Nein, es geht nicht um das DFB-Pokalfinale, das just an dem Tag stattfindet, an dem ich diese Zeilen schreibe. Das Fahrtenprogramm des DHG enthält im neunjährigen Gymnasium als neuen Bestandteil eine Fahrt in die Bundes-hauptstadt. Mit einem Vorlauf von über einem Jahr begannen Lisa Krüger, Alexandra Neuberger und ich mit den Planungen und Buchungen, um im April dieses Schuljahres insgesamt 90 Schülerinnen und Schüler in zwei Gruppen nach Berlin schicken zu können. So konnte etwa eine perfekt gelegene Unterkunft gefunden und zahlreiche Aktivitäten einschließlich Bundestagsbesuch organisiert werden.
Die oben genannten Personen und Frau Dr. Neustedt waren dann auch die Begleitlehrkräfte der 11b und 11c, die in der Woche vom 15. bis 19. April Berlin besuchten. Direkt nach Bezug der Zimmer starteten wir einen Stadtrundgang, der uns über die Siegessäule (siehe Foto), Tiergarten und Schloss Bellevue zum Bundeskanzleramt und Reichstag führte. An den jeweiligen Stationen erhielten wir von zwei bis drei Schülerinnen und Schülern Informationen in Form eines kurzen Referates. Einen würdigen Abschluss des Tages bildete der Aufenthalt am Brandenburger Tor, an dem in Schülerkreisen ein Feuerwerk an Selfies zu beobachten war.
Der Dienstag stand im Zeichen der deutschen Teilung und begann mit einer Führung am Dokumentationszentrum „Berliner Mauer“ an der Bernauer Straße. Ein Besuch der Ausstellung „Alltag in der DDR“ in der Kulturbrauerei in der Schönhauser Allee sowie ein geführter Kiezspaziergang durch die Oderberger Straße (die zu Zeiten der DDR als Sackgasse an der Mauer endete) verdeutlichte den Zustand der gewaltsamen Teilung durch eine tödliche Grenze mitten durch Berlin sehr eindrücklich. Abgerundet wurde der Tag im Deutschlandmuseum, das die Besucher mit einer originellen, immersiven Konzeption durch 1500 Jahre deutscher Geschichte führt.
Die Museumsinsel lud uns am Mittwoch zu eindrucksvollen Begegnungen ein. Humboldtforum, Neue Wache, Berliner Dom und ein Weg, der uns mehrfach „Unter den Linden“ entlangführte, ließen das historische Berlin wieder lebendig werden.
Auf dem Abendprogramm stand ein gemeinsamer Besuch von „Showdown“ im Chamäleon-Theater in den Hackeschen Höfen. Der rbb bekundet: „Die Zirkussatire als Talentshow geht auf, weil die Darsteller*innen nicht nur tolle Artist*innen sind, sondern auch sehr gut spielen können.“
Am Donnerstag öffnete das Paul-Löbe-Haus für uns seine Türen. Auf Einladung des Grünen-Abgeordneten Niklas Wagener (Wahlkreis Aschaffenburg), der selbst leider verhindert war, trafen wir uns in einem Sitzungssaal mit seinen drei Mitarbeiter*innen, die sehr kompetent und eindrucksvoll von der Parlaments- und Ausschussarbeit berichteten. Nicht zuletzt rückte auch der Bundestag als Arbeitgeber ins Bewusstsein. Eine Mitarbeiterin begleitete uns auf unterirdischen Wegen vorbei an historischen Artefakten wie Überresten der kyrillischen Inschriften russischer Soldaten von 1945 zum Reichstagsgebäude, wo wir den Vortrag im Plenarsaal und abschließend das Panorama vom Dach aus genossen.
Nach dem gemeinsamen Abendessen fieberten die Schülerinnen und Schüler dem Matrix Club entgegen. An zwei Wochentagen öffnet dieser speziell für Klassenreisen seine Türen. Die Minderjährigen werden hier sowohl vom Alkohol als auch weitgehend von ihren Lehrkräften ferngehalten, was Vergnügen auf beiden Seiten garantiert. Auch das altersgerechte Ende gewährleistete ausreichende Bettruhe, vor allem für die Begleitlehrkräfte.
So bleibt uns die Erinnerung an eine anstrengende, lehrreiche, spannende und auch lustige Woche in der Hauptstadt. Ein schöner Startschuss für eine neue Fahrtentradition am DHG!
Text: Oliver Goldfuss (Fahrtenorganisation am DHG)
Fotos: Alexandra Neuberger