Theater in einer neuen Dimension: VR-Inszenierung von E.T.A. Hoffmanns „Sandmann“
Wir konnten unseren Augen kaum trauen, als wir gespannt die unförmigen Brillen aufsetzten, um in eine VR-Inszenierung von E.T.A. Hoffmanns „Sandmann“ einzutauchen. Angeboten und bequem per Post an die Schule geliefert wird dieses einzigartige Erlebnis vom Augsburger Staatstheater in Kooperation mit der Augsburger Puppenkiste.
Hoffmanns schaurige Erzählung von einem sinistren Sandmann, der mit dem niedlichen Sandmännchen aus dem Vorabendprogramm rein gar nichts gemeinsam hat, eignet sich wohl wie keine zweite für dieses geniale Konzept, bei dem die virtuelle Realität neben echten Schauspielern auch von Marionetten bewohnt wird: Schließlich handelt sie von einem traumatisierten jungen Studenten, der durch ein geheimnisvolles Perspektiv so komplett den Blick für die Realität verliert, dass er sich in eine Automate verliebt.
Durch die VR-Brillen und Kopfhörer von unserer Umgebung isoliert und leicht desorientiert, aber gleichermaßen fasziniert erlebten wir die verstörende, mitreißende Geschichte von Nathanael hautnah mit – und fielen bei deren abruptem Ende vor Schreck fast vom Stuhl.
Die VR-Brillen können übrigens auch privat ausgeliehen werden: eine beeindruckende Erfahrung, die wir sehr empfehlen können.
Text und Fotos: S. Pichler