Und keine hat gestochen – Unsere 5. Klassen beim Imker

Kinder mit Bienen

Das Wort eines außerschulischen Experten gilt für Schüler meist mehr als das eines Lehrers. Josef und Christina Konrad sind ein gutes Beispiel dafür. Beide betreiben die Erlebnisimkerei Konrad auf ihrem Aussiedlerhof in Rimpar, wo wir – trotz der inzwischen überbordenden Nachfrage anderer Schulen - für unsere 5. Klassen immer einen Termin bekommen. Einige unserer Fünftklässler kennen sich gut aus mit Bienen, wissen von Weiselzellen, Gelée royal und der Arbeitsteilung im Bienenstock, andere staunen über die Details, die die Konrads erzählen. Warum sie zum Beispiel mit ihren Bienenvölkern bis nach Berlin fahren (und zwar nachts), woran man das Alter einer Bienenkönigin erkennt, und wie lange es dauert, bis ein Bienenvolk ein Kilogramm Wachs aus den Wachsdrüsen geschwitzt hat.

Alle haben Respekt vor den Tieren, manche etwas Angst, aber jeder traut sich, eine Wabe zu halten und keiner zuckt, wenn eine Arbeiterin über die Hand krabbelt. Selbstvertrauen steht nicht im Lehrplan, ist aber ein wesentlicher Aspekt dessen, was die Kinder bei den Konrads lernen. „Ich lasse euch hier nichts machen, wovon ich nicht sicher bin, dass ihr es könnt,“ sagt Josef Konrad. Und er weiß, dass sie mehr können, als sie sich zutrauen. Die Ruhe und Zuversicht der Konrads überträgt sich auf die Kinder. Gerade diejenigen, die im Klassenzimmer unruhig sind, wirken geerdet. Der selbst geschleuderte Honig, den jeder mitgenommen hat, wird noch ein paar Tage an den Ausflug erinnern. Wenn er denn auf dem Nachhauseweg nicht schon aufgegessen wurde.

Text: I. Landgraf
Fotos: I. Landgraf und S. Heubeck