Nofretete, Steinmeier und Bundestag - Berlinfahrt der 11. Jahrgangsstufe
Nach einer für die Deutsche Bahn recht ruhigen Anreise standen die Klassen 11a und 11m am 8. April 2024 mittags am Berliner Hauptbahnhof, um die nächsten fünf Tage in der Hauptstadt zu verbringen. Wir richteten und kurz in unserer Unterkunft ein, dem Berliner Zentrum des CVJM am Nollendorfplatz, und fuhren dann mit der U-Bahn ins Regierungsviertel. In einem der vielen Ausschusssäle des Paul-Löbe-Hauses durften wir zunächst mit dem Abgeordneten für den Wahlkreis von Stadt und Landkreis Würzburg, Paul Lehrieder (CSU), über seine politische Karriere, seine Arbeit als Vorsitzender und Mitglied in verschiedenen Ausschüssen des Bundestages sprechen. Auf Einladung von Herrn Lehrieder aßen wir im Anschluss im Restaurant des Paul-Löbe-Hauses mit herrlichem Blick auf die Spree und das gegenüberliegende Marie-Elisabeth-Lüders-Haus. Danach ging es ins Reichstagsgebäude, wo wir auf den Tribünen im Plenarsaal des Bundestages einen Vortrag über dessen Arbeit, direkt am Objekt, erhielten. Zuletzt fuhren wir mit dem Fahrstuhl auf das Dach des Gebäudes, wo wir den Ausblick auf das nächtliche Berlin genossen und in der Kuppel nach oben liefen.
Der Folgetag begann mit einer Busfahrt, die uns vom Zoologischen Garten zunächst an die Siegessäule führte. Genau zum richtigen Zeitpunkt kamen wir am Schloss Bellevue an, wo gerade die Staatspräsidentin der Slowakei ihren Staatsbesuch begann und mit militärischen Ehren empfangen wurde. So stand plötzlich Bundespräsident Steinmeier auf der Treppe vor dem Hauptportal und begrüßte seinen Gast. Von dort aus ging es über das Regierungsviertel und das Brandenburger Tor am Französischen Dom vorbei zur Humboldt-Universität und an den Alexanderplatz. Von der Museumsinsel aus befuhren wir die Spree auf einer Bootsfahrt bis zum Schloss Bellevue und wieder zurück. Über den Tag verteilt hörten wir außerdem verschiedene Referate zu Sehenswürdigkeiten, an denen wir vorbeikamen.
Nachdem wir uns an den ersten beiden Tagen eingefunden und das heutige Berlin auf uns wirken gelassen hatten, bewegten wir uns ab Mittwoch mehr im historischen Kontext. So stand am Mittwochvormittag der Besuch des sogenannten Tränenpalastes am Bahnhof Friedrichstraße an, über den zu Zeiten der DDR die Ein- und Ausreise westdeutscher Besucher in Ost-Berlin erfolgte. Heute ist das Gebäude ein Museum, das sich mit Ausreise sowie politischen Erfahrungen und Opposition in der DDR beschäftigt. Am Nachmittag fuhren wir zur Gedenkstätte Bernauer Straße, wo wir an den Mauerresten entlangliefen und den alten Grenzstreifen betrachteten. Im Besucherzentrum durften wir im Anschluss mit einer Zeitzeugin sprechen, die uns eindrucksvoll von ihren Fluchtversuchen aus der DDR und ihrer anschließenden Inhaftierung berichtete. Am Abend besuchten wir eine kulturelle Veranstaltung, je nach eigener Wahl ein Theaterstück zur NS-Geschichte, eine Krimikomödie oder zur Artistikshow.
Das historische Programm setzte sich am Donnerstag fort: Das Museum in der Kulturbrauerei zeigte mit Informationstafeln, aber auch Nachbauten – unter anderem von einem Lebensmittelgeschäft, einem Kiosk und einem Restaurant – den Alltag in der DDR. Im Anschluss wurden wir von einem sehr sympathischen Guide durch den Prenzlauer Berg geführt, wo an vielen Stellen noch die Spuren der DDR und des Berlins vor dem Zweiten Weltkrieg zu finden waren, sei es im Park einer Bürgerinitiative, im FDJ-Jugendclub oder einem öffentlichen Badehaus. Am Nachmittag blieb Zeit, um auf der Museumsinsel die verschiedenen Museen zu erkunden. Das Pergamonmuseum war durch die sanierungsbedingte Schließung leider nicht zu besichtigen, dafür erfreuten sich das Neue Museum mit der Büste der Nofretete und das wiederaufgebaute Stadtschloss mit dem Humboldt-Forum großer Beliebtheit. Nach dem Abendessen in unserer Unterkunft fuhren wir zuletzt zum Potsdamer Platz und verbrachten einen letzten Abend in der Hauptstadt.
Am Freitag kamen wir ohne größere Probleme, dafür aber mit Erinnerungen an einige besondere Erlebnisse, interessante Treffen und neuem Wissen wieder in Würzburg an. Wir möchten uns für die tollen Tage bei unseren Lehrkräften Frau Grypa, Frau Stamm, Herr Alin und Herrn Sanders bedanken.
Text: Benedikt K., 11m
Foto: Christine Grypa und Büro MdB Lehrieder