Juniorwahl zur Europawahl
An der diesjährigen Europawahl, die alle fünf Jahre stattfindet, durften erstmalig auch 16-Jährige teilnehmen und ihre politische Meinung durch ihre Stimme zum Ausdruck bringen. Diese Herabsenkung des Wahlalters rief viele positive Reaktionen hervor, denn ein jüngeres Wählerprofil kann zum Beispiel dazu führen, dass Politiker und Parteien stärker auf die Bedürfnisse und Wünsche der jüngeren Generation eingehen. Durch das neue Wahlalter stieg die Zahl der Wahlberechtigten um knapp 3,6 Millionen. Parallel zur Europawahl fanden an vielen Schulen Deutschlands wieder die Juniorwahlen statt, ein bundesweites Projekt, bei dem Schüler ihre Stimme abgeben können, die das Wahlalter noch nicht erreicht haben.
Am Mittwoch, dem 5. Juni, war es dann am DHG soweit: die 15-jährigen Schülerinnen und Schüler der zehnten Jahrgangsstufe bekamen die Gelegenheit, an der Juniorwahl teilzunehmen. Die Schülerbibliothek wurde in ein Wahllokal umgestaltet, komplett mit Wahlkabinen und Wahlurne. Zunächst überprüften die Wahlhelfer, dass die Wahlurne leer war, woraufhin diese vom Wahlvorstand verschlossen wurde. Dann traten die Schüler klassenweise ein und durften nach der Kontrolle der Personalien mit dem Stimmzettel zu den Wahlkabinen gehen. Die Wahlhelfer sorgten dabei für einen geordneten Ablauf und standen ihren Mitschülern bei Fragen zur Seite. Nach der Wahl wurden die Ergebnisse ausgezählt, wobei die Verteilung der Stimmen einen interessanten Einblick in die politischen Präferenzen der jüngeren Schüler gab.
Die Teilnehmenden zeigten sich von der Erfahrung positiv gestimmt. „Es war gut, einmal selbst zu wählen und zu sehen, wie eine Wahl abläuft“, meinte eine Schülerin nach der Wahl und ein Mitschüler äußerte: „Ich fand die Wahl sehr sinnvoll“. Andere Teilnehmer waren skeptischer: „Ich fand es ein bisschen unnötig, weil unsere Stimmen ja nicht wirklich zählen. Und den Ablauf haben wir im Unterricht schon gelernt“, sagte eine Schülerin. Außerdem hätten sich manche gewünscht, dass auch die neunten Klassen in das Schulprojekt einbezogen worden wären, um eine größere Reichweite und ein diverseres Meinungsbild zu erhalten. Luca meinte dagegen: „Ich finde, dass Juniorwahlen wichtig sind, damit sich jüngere Leute Gedanken über Politik machen und sich mit den Parteien auseinandersetzen“. Die meisten teilten ähnliche Meinungen, sodass sich resümierend sagen lässt, dass das Absenken des Wahlalters auf 16 bei den diesjährigen Europawahlen und die Juniorwahlen die politische Teilhabe und Bildung junger Menschen fördern. Trotz ein paar Bedenken, vorwiegend organisatorischer Natur, zeigten sich die Schüler, die an den Juniorwahlen am DHG teilgenommen hatten, erfreut und zufrieden.
Text: Jiaying Y. und Kiyara S.
Fotos: Jiaying Y.