Hummer und Heilige - Eine Woche Bretagne

Jahr für Jahr brechen wir unter der bewährten Leitung von Frau Schwamm für eine Woche mit einer Gruppe Schülerinnen und Schüler zu unsrer Partnerschule Notre Dame in Guingamp auf, damit sie Land und Leute kennenlernen und ihre Sprachfertigkeiten live erproben können. Welche Eindrücke, welche Erfahrungen bringen sie mit zurück?

Katharina und Marie (8b) haben Wörter gesammelt, die widerspiegeln, was in der Austauschwoche typisch und wichtig war: Meer (le homard, les moules, le brouillard, les marées, le pétrolier), Magie (la licorne, la baguette magique, le loup-garou) und Mobilität (tomber en panne, le covoiturage, un embouteillage). Sie notierten aber auch nützliche Alltagswendungen (se débrouiller, je m’en fiche, ça pue).1

Helena (8m) schildert anschaulich, wie die Kommunikation funktioniert: „Wenn eine Seite nur wenig Französisch und die andere kaum Deutsch spricht, wie verständigt man sich dann? Nun, wir standen bei unserem Austausch nach Guingamp im März vor genau diesem Problem. Und jeder hat andere Lösungen gefunden. Englisch ist natürlich eine gute Option, falls man Englisch kann. Fuchtel-Zeichensprache ist international und intuitiv, bei komplexeren Themen war Google-Übersetzer unser treuster Freund. Doch wenn man sich mit wildfremden Jugendlichen umgibt, die aus einem anderen Land mit anderen Sitten kommen, gibt es noch ein Problem: Worüber soll man sprechen? Nun, wir haben bei unserem Trip diverse interessante Aktivitäten gefunden. Man kann natürlich gemeinsam mit Haustieren spielen, da braucht man nicht viel reden, um Verbindungen aufzubauen, außerdem kann man Animés mit Untertiteln gucken oder über K-Pop Boybands seufzen. Zusammen zocken geht auch relativ international und wenn man wirklich gar nichts findet, dann ist die vielleicht interessanteste Option, die wir mitbekommen haben, durch Italian-Brainrot zu connecten.“

Johannes und Frieda (8d) haben ihre Beobachtungen zur Schule in Frankreich festgehalten, z.B.: Die Lehrer sind einerseits strenger, andererseits im Unterricht lockerer und erklären mehr. Die Schüler haben viel längere Schultage und außerdem viel mehr Hausaufgaben! In der sehr langen Mittagspause essen die Franzosen im Gegensatz zu uns in der Kantine. Ein strenges Handyverbot herrscht in beiden Ländern an der Schule.

Spektakuläre Exkursionen führten uns aus dem Alltagsleben zum Tal der Heiligen, einem Terrain, auf dem man zahlreiche überlebensgroße Statuen von lokalen Künstlern findet, die sich auf die bretonische Kultur beziehen, sowie zur Klosteranlage des weltbekannten Mont St. Michel, den übrigens sowohl die Bretagne als auch die Normandie für sich beanspruchen.

Ein ganz besonderes Erlebnis war die Einführung in die Kultur und Sprache der Region, bei der wir nicht nur auf Bretonisch zählen, sondern vor allem die berühmten Volkstänze lernten, die in allen Ortschaften auf den sog. Fest Noz zelebriert werden.

Eine schöne und ereignisreiche Woche, der kurz darauf der Gegenbesuch aus Guingamp in Würzburg folgte. Wir hoffen, dass wir den Kontakt mit dieser besonderen Gegend Frankreichs und unserer engagierten Kollegin Frau Srugies noch lange weiter pflegen können!

1Hummer, Muscheln, Nebel, Gezeiten, Öltanker, Einhorn, Zauberstab, Werwolf, eine Panne haben, Fahrgemeinschaft, Stau, klarkommen, mir egal, das stinkt.

Na? Hätten Sie alle Wörter gewusst?

 

Text: U. Meyer
Bilder: D. Srugies