Das Leben im Alten Rom digital präsentiert: „Agile Methoden“ im gemeinsamen Projekt Geschichte/Informatik in der 6. Jahrgangsstufe (Schuljahr 2016/17)

Eine Premiere stellte dieses Jahr die Projektphase im Informatikunterricht der 6. Klassen insofern dar, als sie erstmalig als Kooperation zwischen den Fächern Informatik und Geschichte mit dem thematischen Schwerpunkt „Römisches Reich“ organisiert war. Dass dabei - wie schon seit einigen Jahren in Informatik-Projekten am DHG üblich - die Prinzipien der „Agilen Methoden“ umgesetzt wurden, war dagegen keine Neuerung.
Die von den Sechstklässern bereits lang ersehnte Projektphase startete zwischen Ostern und Pfingsten mit einer gründlichen fachlichen Recherche im Rahmen des Geschichtsunterrichts. Die Schüler arbeiteten dabei in Sechsergruppen zusammen und durchforsteten das Material der Schülerlesebücherei und das Internet nach Informationen zu Themen wie „Kindheit im Alten Rom“, „Brot und Spiele“ oder „Sklaverei im Römischen Reich“. Dann wurden geeignete Informationen ausgewählt, passende Schwerpunkte gesetzt und die Präsentation geplant. Neben der Gliederung und dem Entwurf eines Konzeptes für das Handout wurden schon jetzt „User Stories“ erstellt. Diese legten fest, was jede einzelne Folie an Inhalt transportieren sollte, sodass die Folie dann entsprechend gestaltet werden konnte – zunächst „nur“ auf dem Papier.
Mit diesen Materialien bestens vorbereitet, konnten die Schüler und Schülerinnen anschließend im Informatikunterricht, wo sie zwischenzeitlich den ersten Umgang mit einer Präsentationssoftware geübt, sich mit den Themen Urheberrechte und Creative Commons auseinandergesetzt und Möglichkeiten kennengelernt hatten, lizenzfreie Bilder zu finden, endlich die digitale Umsetzung beginnen.
Diese bereitete den Schülergruppen viel Freude und ging ihnen rasch von der Hand: die meiste Recherchearbeit war getan, der Inhalt und das Layout der Folien war größtenteils festgelegt und verschiedene Kriterien guter Präsentationen wie beispielsweise Einfachheit und Klarheit waren bekannt. Und das alles spiegelte sich natürlich auch in den gelungenen Arbeiten wider, die am Ende der Projektphase voller Stolz den Mitschülern und Lehrern präsentiert wurden. Die selbst recherchierten und spannend vorgetragenen interessanten Details, wie die Tatsache, dass im Alten Rom die Hauslehrer meist griechische Sklaven waren oder Schulunterricht auch an Straßenecken stattfand, werden bestimmt von niemandem so schnell vergessen!
Abschließend lässt sich sagen, dass während der gesamten Projektphase, welche Eigeninitiative, Kreativität und eine sinnvolle Koordination der Arbeit im Team verlangte, die Schulstunden gefühlt stets viel zu kurz, aber tatsächlich meist länger als üblich waren - weil die Rechner bereits vor dem offiziellen Stundenbeginn hochgefahren wurden und auch nach Stundenende „nur noch ganz kurz“ weitergearbeitet wurde. Wann beginnt eigentlich das nächste Projekt?

Text: A. Rüger und M. Reinhard-Popp