Der Kontakt nach Frankreich liegt uns sehr am Herzen. Daher bieten wir unseren Französischlernenden zwei Gelegenheiten, im Rahmen eines Schüleraustausches unser Nachbarland kennenzulernen.

Jahrgangsstufe 8: Guingamp (Bretagne)

Schon seit vielen Jahren besteht unser Kontakt zum Collège Notre-Dame in der bretonischen Kleinstadt Guingamp. Trotz der nur 8000 Einwohner ist Guingamp allen Franzosen ein Begriff, da sich die dortige Fußballmannschaft En Avant schon seit Langem in der 1. französischen Liga behauptet und dort mehrmals für Furore gesorgt hat, zuletzt 2014 mit dem Gewinn des französischen Pokals im Pariser Stade de France. Guingamp liegt nur wenige Kilometer vom Meer entfernt und so günstig gelegen, dass wir während unserer Woche dort die zahlreichen Schönheiten der Bretagne (u.a. die spektakuläre Côte de Granit Rose, den Küstenort Trégastel, die Bucht von Port Blanc und die Insel Bréhat) entdecken können.

Neben dem touristischen Programm stehen für uns das Kennenlernen des französischen Schulalltags, der Integration in eine Gastfamilie und der Kontakt zu einer gleichaltrigen Austauschpartnerin oder einem gleichaltrigem Austauschpartner im Mittelpunkt.

Eine Besonderheit der Bretagne ist die starke kulturelle Identität. In und um Guingamp weisen davon nicht nur die zweisprachigen Straßenschilder, sondern auch die Pflege der bretonischen Sprache. Unsere Schülerinnen und Schüler können im Rahmen des Schüleraustausches bei einer Schnupperstunde ein paar Worte Bretonisch erlernen und sich sogar gemeinsam an einem traditionellen bretonischen Tanz versuchen.

Für viele Schülerinnen und Schüler ist der Höhepunkt der Austauschwoche die gemeinsame Kayaktour. Unter der Anleitung ausgebildeter Lehrkräfte besteigen die Austauschteilnehmerinnen und Austauschteilnehmer Zweierkayaks (natürlich deutsch-französisch besetzt) und drehen eine Runde in einer ruhigen Meeresbucht. Ein spektakuläres Natur- und Gemeinschaftserlebnis – nasse Füße inklusive!

Übrigens haben schon mehrmals ehemalige Schülerinnen und Schüler unserer Schule das Collège Notre-Dame ein zweites Mal besucht: nämlich als Fremdsprachenassistentin oder Fremdsprachenassistent für Deutsch für ein Schuljahr nach dem Abitur.

Die Französischlernenden der Jahrgangsstufe 8 werden bis spätestens Weihnachten über die Austauschtermine für das folgende Jahr informiert. Ansprechpartnerin ist Frau Schwamm.

Jahrgangsstufen 10/11: Caen (Normandie)

Nach Caen führt uns unser zweites Austauschprogramm, mit dem wir alle (angehenden) Schülerinnen und Schüler der Oberstufe ansprechen, insbesondere auch diejenigen, die sich für den Sprachlichen Zweig entschieden haben.

Die Universitätsstadt Caen ist bereits seit 1962 Würzburgs Partnerstadt. Die Kontakte zwischen beiden Städten und auch den Umlandgemeinden sind sehr vielfältig. Wir freuen uns, dass auch wir mit dem Lycée Dumont D’Urville eine Partnerschule in Caen haben und einen lebendigen Austausch auf die Beine stellen konnten. Sehr dankbar sind wir dabei für die finanzielle Unterstützung durch das Partnerschaftsreferat des Bezirks Unterfranken sowie das Deutsch-Französische Jugendwerk.

Natürlich stehen bei unserer Fahrt nach Caen auch die Schönheiten der Normandie auf dem Programm, wie zum Beispiel das Hafenstädtchen Honfleur und das mondäne Seebad Deauville. Daneben beschäftigen wir uns ebenso mit den düsteren Kapiteln der deutsch-französischen Geschichte. Wir besuchen das Museum Mémorial in Caen, das die Geschichte des 2. Weltkriegs erzählt, ebenso wie die Originalschauplätze der Invasion der Alliierten vom 6. Juni 1944 (den künstlichen Hafen Arromanches, den amerikanischen Gedenkort Colleville mit der Pointe du Hoc und Omaha Beach sowie den deutschen Soldatenfriedhof La Cambe). Unser Ziel ist es hierbei, die Schrecken unserer gemeinsamen Geschichte begreifbar zu machen und damit umso mehr die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft in einem vereinten Europa zu würdigen.

Um die Beziehungen zwischen den Austauschgruppen zu vertiefen, arbeiten wir in beiden Wochen an einem gemeinsamen Projekt, z.B. zu den Themen Theater, Chanson, Film oder einem naturwissenschaftlichen Thema.

Als besonderes Erlebnis planen wir außerdem, je nach Themenschwerpunkt, Aufenthalte in Paris und/oder München – Deutsche und Franzosen gemeinsam!

Die Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Klassen werden über die Termine gegen Ende eines Schuljahres informiert. Die beiden Austauschwochen sind dann in der Regel im Herbst und im Frühling.

Ansprechpartner sind Herr Lampert und Frau Elflein.

Impressionen vom Schulaustausch mit Bassano del Grappa

Andiamo in Italia! - Schüleraustausch mit Bassano del Grappa

Seit 2006 gibt es am Deutschhaus-Gymnasium regelmäßig einen Schüleraustausch mit Italien. Unsere Partnerschule befindet sich in Bassano del Grappa in der Region Venetien und ist ein idealer Ausgangspunkt für Exkursionen. Neben Venedig besucht jede Austauschgruppe noch eine der nahe gelegenen Städte Verona, Padua oder Vicenza. Aber auch Bassano selbst bietet uns während des Austauschs viele Attraktionen, z. B. zwei wunderschöne Marktplätze, die von Andrea Palladio entworfene Holzbrücke über den Fluss Brenta und den benachbarten Berg Monte Grappa (1775 m s.l.m.).

Bei einer Stadtführung oder einer Wanderung auf dem Monte Grappa erfahren die Schülerinnen und Schüler auch, dass Bassano während des ersten und zweiten Weltkriegs Schauplatz schwerer Kämpfe bzw. Kriegsverbrechen durch die Wehrmacht war.

Neben dem touristischen Programm stehen für uns das Kennenlernen der italienischen Gastfamilie und des dortigen Schulalltags und der Kontakt zu gleichaltrigen italienischen Jugendlichen im Mittelpunkt. Um dies zu fördern arbeiten wir während der Austauschwochen in kleinen Gruppen an einem gemeinsamen Projekt, z.B. über das Leben von italienischen Familien in Deutschland und Deutschen in Italien.

In vielen Fällen wollten Teilnehmer des Austauschs gerne noch einmal eine längere Zeit in ihren Gastfamilien und an Partnerschule verbringen. Dies wurde durch das Tiepoloprogramm, das wir mit unserer Partnerschule ins Leben gerufen haben, ermöglicht.

Der Austausch richtet sich an die Schülerinnen und Schüler der 9. bis 11. Jahrgangsstufe, und insbesondere an die, die Italienisch im Wahlkurs belegen. Die Klassen werden gegen Ende eines Schuljahres über die Termine informiert. Die beiden Austauschwochen sind dann in der Regel im Winter und Frühling.

Ansprechpartner sind Frau von Rhein und Herr Pietschmann.

Text: Ulrike von Rhein
Bilder: Michael Pietschmann

For Auld Lang Syne

… diese Zeilen des schottischen Dichters Robert Burns sangen die Schülerinnen und Schüler zum Abschied  am Ende des zweiten Projekttreffens für das Erasmus+-Projekt “Schottland und Bayern - unsere Schulen in Europa”, in dem die Teilnehmenden Videos von ihren Schulen und der Umgebung anfertigen. Begleitet wurden sie dabei von den Dudelsackspielern der schuleigenen pipeband unserer Partnerschule Morrison's Academy in Crieff im County Perthshire. Getanzt wurde auch, ob im Kilt oder in Jeans war dabei egal. Beim ceilidh, der traditionellen Tanzveranstaltung, blieb keiner auf den Stühlen sitzen, auch wenn die Mägen schon vom haggis gefüllt waren. (Wer wissen möchte, was das ist, kann es gerne nachschlagen… wir wollten es gar nicht so genau wissen… aber lecker war es.).
Da im Oktober 2018 eine Gruppe von deutsch lernenden schottischen Schülerinnen und Schülern beim ersten Projekttreffen Würzburg erkundet hatte, stand nun der Gegenbesuch an. 17 Schottlandfans aus den 9. und 10. Klassen machten sich gemeinsam mit Frau Hantke und Herrn Benesch auf den Weg nach Crieff, einer Kleinstadt mit Charme am Fuß der schottischen Highlands.
Aufmerksam verfolgten wir den Unterricht und stellten viele Gemeinsamkeiten fest. Anders war jedoch, dass auch nach Schulschluss um halb vier am Nachmittag noch viele Aktivitäten auf dem Programm standen: Klettern, Rugby oder Hockey zum Beispiel. Das Sozialleben findet also in viel größerem Ausmaß in der Schule statt als das in Deutschland der Fall ist.
An einem Tag konnten wir in der Schule das typische shortbread backen und sogar mit dem schuleigenen Minibus einen Abstecher zur Glenturret Distillery machen – nur um die chemischen Prozesse zu verstehen, die hinter der Herstellung stecken, versteht sich.
In schottischer Geschichte wurden wir an diesem Tag ebenso geschult wie in den Gründen, die für oder gegen eine schottische Unabhängigkeit sprechen. Da war es naheliegend, dass wir beim Besuch in Edinburgh auch das schottische Parlament besichtigten. Die Battle of Bannockburn, eine der bedeutenden Schlachten der schottischen Unabhängigkeitskriege, spielten wir in einem interaktiven Museum in der Nähe von Stirling nach und – zum großen Glück des völlig (?) unparteiischen Guides – gewannen die Schotten durch eine clevere Rückzugsstrategie.
Traurig verabschiedeten wir uns nach einer Woche von den Gastfamilien, die uns alle sehr gerne aufgenommen hatten. Should auld aquaintance be forgot? – Niemals!

Text: Monica Hantke
Bild: André Benesch

Schüleraustausch mit Israel

Seit mehr als 17 Jahren gibt es am Deutschhaus-Gymnasium einen Schüleraustausch mit Israel.

Die Begegnungen mit dem Land

Fast wie ein Spiegel der Gesellschaft bietet die Landschaft unglaubliche Gegensätze von natürlicher Schönheit auf engstem Raum. Die in voller Blüte stehenden Landstriche um Jerusalem herum und die bizarren Formationen der Wüste Negev, das lebensfrohe Treiben in der Touristenhochburg Eilat am Roten Meer und die verkrusteten Ufer des Toten Meeres nur wenige Kilometer entfernt bieten den Schülern abwechslungsreiche Eindrücke.

Die Begegnungen mit der Geschichte

Die Fahrt bietet einen Überblick über die über vier Jahrtausende alte Geschichte des „Heiligen Landes“. Biblische Stätten, wie z.B. die Stelle, an der David gegen Goliath antrat, die Felsenfestung Massada, deren langjährige Belagerung und schließliche Einnahme durch die Römer das Ende des jüdischen Aufstandes gegen die römische Fremdherrschaft besiegelte, wurden in den vergangenen Jahren ebenso besucht wie zum Beispiel die Grabeskirche, aus christlicher Sicht die heiligste Stätte Jerusalems.
Es gibt tatsächlich keinen langweiligen Moment in Israel. Eher sind 12 Tage beinahe zu wenig Zeit, um dem Land, den Leuten und der Kultur in dem Umfang zu begegnen, der dem jeweiligen Aspekt angemessen wäre.  Die diesjährigen Erfahrungen zeigen, dass Völkerverständigung mit der offenen persönlichen Begegnung der einzelnen Menschen in ihrem jeweiligen Lebensumfeld beginnt.

 

Der Israel-Austausch muss im Moment wegen der Covid-19 Krise in Europa und in Israel leider ruhen. Die Organisation durch das Landratsamt Würzburg und die Lehrkräfte am Deutschhaus-Gymnasium und am Gymnasium Veitshöchheim stehen jedoch weiterhin in Kontakt und besprechen in regelmäßigen Abständen, wie der Austausch wieder aufgenommen werden kann. Derzeit ist ein virtueller Austausch mit Lehrkräften und Schülern im Gespräch. Wann es wieder richtig losgehen kann, hängt von der Entwicklung der Pandemie in Deutschland und Israel ab. Vielleicht können im kommenden Schuljahr wieder erste Vorbereitungen zu einem Austausch anlaufen.

Go east! Begegnen, erinnern, gestalten

Jugendprojekte des Deutschhaus-Gymnasiums mit dem Nachbarland Polen

Deutsch-polnisches Kochbuch - Impressionen aus dem P-Seminar 20/22

Da gemeinsame Treffen mit den polnischen Projektpartnern aufgrund der Corona-Pandemie zur Zeit nicht möglich sind, wurden die Schülerinnen und Schüler des P-Seminars von sich aus aktiv und produzierten für die polnischen Freunde einfallsreiche Kochclips zu fränkischen Spezialitäten. Guten Appetit/ Smacznego!

Polnischer Generalkonsul würdigt Schülerarbeit

Im Rahmen der Stolpersteinverlegung für die in der NS-Zeit ums Leben gekommenen Zwangsarbeiter war der polnische Generalkonsul, Herr Andrzej Osiak, in Würzburg zu Gast. Dem Deutschhaus-Gymnasium liegt die Versöhnung zwischen Polen und Deutschen am Herzen, was in der jahrelangen Kooperation mit dem Kopernikus-Liceum in Tarnobrzeg seinen Ausdruck findet. Jüngstes Produkt der Zusammenarbeit beider Schulen war die Erstellung historischer Stadtflyer in polnischer und deutscher Sprache.

Stadträtin Benita Stolz stellte den Kontakt zu Herrn Osiak her. Und so war es zur Freude der beteiligten Schülerinnen und Schüler der Q 11/ der letztjährigen 10 d möglich, dem Generalkonsul von ihrer ertragreichen Zusammenarbeit mit den polnischen Schülern zu berichten. Abschließend überreichten sie Herrn Osiak ihre aussagekräftigen Flyer persönlich. Der historische Wenzelsaal des Würzburger Rathauses bildete einen würdigen Rahmen. Generalkonsul Osiak, Bürgermeisterin Marion Schäfer und Schulleiter OStD Michael Schmitt würdigten die Arbeit der polnischen wie deutschen Schüler.

Ein herzlicher Dank an alle Beteiligten.

Text: Carsten Dutz
Foto: Michael Pietschmann

Kooperation mit dem Kopernikus-Liceum in Tarnobrzeg (Karpatenvorland/ Polen)

Mehr als 70 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges, fast 30 Jahre nach Ende des Kalten Krieges und fünfzehn Jahre nach der EU-Osterweiterung kennen viele Menschen ihre östlichen Nachbarstaaten allenfalls aus Geschichtsbüchern, aus Erzählungen der Großeltern und die wenigsten von eigenen Kurzreisen in Metropolen wie Prag oder Krakau. Vielmehr erfolgte eine Prägung diesseits der Grenze nach Westen, jenseits nach Osten.

Das Deutschhaus-Gymnasium versucht in Kooperation mit dem Kopernikus-Liceum in Tarnobrzeg (Karpatenvorland/ Polen) diesen Zustand zu verändern und zwar dort, wo die Zukunft liegt, nämlich bei den jungen Menschen selbst und den Leuten, die sie ausbilden, ihren Lehrerinnen und Lehrern. Aufbauend auf persönliche Kontakte ergab sich schließich eine inzwischen seit Jahren bestehende vertrauensvolle Zusammenarbeit, ersichtlich in erfolgreich durchgeführten Schulprojekten:

  • Dem Strategiespiel POL&IS: Einem Modell, das die Vereinten Nationen und internationale Beziehungen abbildet. Ziel des Seminars war es, dass die Teilnehmer verstehen, unter welchen Bedingungen politische Entscheidungen entstehen und wie wichtig es ist, das Weltgeschehen zu verfolgen, um entstehende Konflikte zu erkennen und sie frühzeitig lösen zu können.
  • Dem Projekt „Two neighbours - one perspective“: Ein über die europäische etwinning-Plattform vorbereitetes und dann in Polen durch-geführtes Projekt, in dem es darum ging, Kenntnisse über die Geschichte Polens und Deutschlands zu erwerben und Verständnis für die unterschiedlichen Auffassungen von historischer Betrachtung zu gewinnen. Gleichzeitig wurde das Kennenlernen Polens durch Besuche etwa in Krakau oder Auschwitz ermöglicht. Das Projekt wurde in beiden Ländern als „wertvoll“ ausgezeichnet.
  • Einem Gedenktafelprojekt in Tarnobrzerg zu Ehren des in Auschwitz inhaftierten und später in Bergen-Belsen ermordeten Künstlers Marian Ruzamski sowie eine Stolpersteinverlegung in Würzburg für Sally und Käthe Heippert.
  • Der Durchführung eines in Kooperation mit dem Aktionsbündnis „Stolpersteine“ organsierten Präsentationsabends im jüdischen Zentrum „Shalom Europa“ in Würzburg zu den bisherigen Ergebnissen der Zusammenarbeit der Schülerinnen und Schüler; an diesem Abend waren auch polnische Schülerinnen und Schüler sowie der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Herr Dr. Schuster, zugegen.
  • Mehreren Teamteaching- und Hospitationsprogrammen zwischen deutschen und polnischen Lehrkräften.
  • Einem Projekt zur Erstellung touristischer Stadtflyer zur Geschichte Tarnobrzegs und Würzburgs in der jeweiligen Landessprache. Dabei stellten die Schülergruppen jeweils fünf prägende Schlaglichter der eigenen Stadtgeschichte für die ausländischen Schüler dar. Diese reduzierten dann die Thematik auf Flyergröße und bereiteten sie in ihrer Muttersprache auf.

Erfreulich dabei war es, dass die Schülerinnnen und Schüler alle Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit sowohl in Deutschland als auch in Polen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen durften. Eine Intensivierung der fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen dem Kopernikus-Liceum und dem Deutschhaus-Gymnasium ist als Baustein des Profils beider Schulen fest geplant.

Carsten Dutz, OStR