Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage ist ein Projekt des Vereins Aktion Courage e.V und wurde in Deutschland im Juni 1995 unter dem Namen  „Schule ohne Rassismus“ ins Leben gerufen. Das Ziel des europaweiten „Schule ohne Rassismus“- Netzwerkes ist es, in den Schulen ein diskriminierungsfreies Klima zu schaffen und das Bewusstsein von Schülerinnen und Schülern für reflektiertes Handeln zu wecken. 2015 wurde dem Deutschhaus-Gymnasium der Titel Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage verliehen.

Jüdische Jugendliche im Dialog mit unseren 9. KlässlerInnen

Montagvormittag. Zwei Jugendliche in schwarzen Hoodies stehen im Klassenzimmer der katholischen Religionsgruppe 9ad. Sie fallen gar nicht groß auf unter den Schülerinnen und Schülern am DHG. Dennoch ist ihr Besuch etwas Besonderes: Jakob und Ilam sind extra aus Frankfurt angereist, wo sie leben und studieren. Sie sind ehrenamtlich im Rahmen des Dialogprojekts „Likrat“ (hebräisch für „aufeinander zu“) ans Deutschhaus gekommen, um im Gespräch mit zwei Schulklassen der 9. Jahrgangsstufe „ihr Judentum“ vorzustellen.

Sie erzählen locker und unbefangen davon, dass für sie „Jüdisch sein“ nicht unbedingt etwas Religiöses, sondern Teil ihrer Identität ist. Sie selbst gehören zwar einer konservativen Gemeinde an, bezeichnen sich aber als nicht-religiös und halten sich nicht an die religiösen Vorschriften des Judentums, die die SchülerInnen vorher im Religionsunterricht kennengelernt hatten. So haben sie nichts gegen einen Cheeseburger einzuwenden – für strenge, koscher essende Juden ein No-Go - und Hebräisch können sie auch nicht. Dennoch gehören manche der jüdischen Traditionen für die beiden 19jährigen einfach dazu: Der Sabbat z. B. ist ein wichtiger Familientag für sie, an dem sie seit Kurzem auch das Handy mal unbenutzt liegen lassen.

Natürlich bleiben Fragen nach judenfeindlichen Erfahrungen nicht aus. Beide erzählen davon, dass Beleidigungen, Ausgrenzungen und das Gefühl der Bedrohung für sie selbstverständlich sind. Sie würden beispielsweise niemandem raten, mit Kippa durch Frankfurt zu laufen. Aber Jakob und Ilam wirken deswegen nicht eingeschüchtert oder zerknirscht – sie leben damit.

Beide waren schon zu Besuch in Israel und geben ihre Erfahrungen von dort weiter: Sie sprechen über touristische Highlights, den grünen Norden, den kargen Süden, die moderne Stadt Tel Aviv und das historisch wie religiös dichte Jerusalem, von der Lebensfreude der Menschen und der Wehrpflicht.

In den 90 Minuten lernen beide Klasse tatsächlich, wie es das Programm „Likrat“ auf seiner Homepage verspricht, ein authentisches und gegenwartsbezogenes Judentum kennen. Danke dafür an Jakob und Ilam!

„Likrat“ ist vom Zentralrat der Juden in Deutschland initiiert und hat zum Ziel, Vorurteile abzubauen und Antisemitismus entgegenzuwirken. (Nähere Infos: www.likrat.de)

Text und Fotos: Nadine Bauer

Interreligiöser Projekttag der 10. Klassen

Fakten statt Vorurteile zu vertiefen, miteinander statt übereinander zu reden, Christentum und Islam in Dialog miteinander zu bringen statt Abgrenzungen vorzunehmen - das waren die Ziele des ersten interreligiösen Projekttags der 10. Klassen am DHG.

Er fand am 8. Juni in Zusammenarbeit mit der Eugen-Biser-Stiftung als Projekt der Fachschaft Religion statt. Zugleich stand der Tag auch im Kontext der „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, einem Netzwerk, dem das DHG seit einigen Jahren angehört.
Er ermöglichte Einsichten in Gemeinsamkeiten zwischen Christentum und Islam und gab Anstöße, gesellschaftlich relevante Themen wie „Demokratie“, „Frieden“, „Toleranz“ aus der Perspektive dieser beiden Religionen zu beleuchten und zu diskutieren.
Ein herzliches Dankeschön an…

  • … die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen, die sich offen auf den Tag einließen, trotz großer Hitze die nicht immer einfachen Texte des „Lexikon des Dialogs“ durchackerten und im Plenum weitere Fragen stellten.
  • … Hr. Karakaya und Hr. Zinsmeister von der Eugen-Biser-Stiftung, die uns bei Vorbereitung und Durchführung des Projekts unterstützten! Ihre authentischen Antworten gaben viele Denkanstöße.
  • … an die Kolleginnen und Kollegen der Fachschaft Religion, die Schülergruppen betreuten und sich im Vorfeld an der Organisation beteiligten!

 
N. Bauer

P-Seminar: Flucht und Asyl der Q12

Youngcaritas luden uns zum Aussteigergespräch mit Felix Benneckenstein: Hier der Bericht "Der lange Weg aus der rechten Szene".