Fachprofil

Alles ist in Bewegung. Durch technischen, digitalen und wirtschaftlichen Fortschritt, Globalisierung, Migration und politische Umbrüche fühlen sich viele Menschen verunsichert und herausgefordert. Die Erfahrung von Vielfalt und Pluralismus löst nicht nur Freude über neue Möglichkeiten aus, sondern auch Ängste vor Unbekanntem, Fremdem und Entscheidungsdruck. Vielfältige Informationen und Erfahrungen einordnen zu können, eigene Standpunkte und reflektierte Wertorientierungen zu entwickeln, ist in dieser Zeit also eine grundlegende Aufgabe von Religionsunterricht.

Seine Perspektive ist aber nicht neutral. Er ist getragen von der Perspektive des christlichen Glaubens. Er gründet auf dem Glauben an ein grundlegendes JA Gottes zu den Menschen und der Welt, die ihnen anvertraut ist. Ausgehend von dieser Zusage und der Hoffnung auf eine gute Zukunft begleitet der Religionsunterricht die Schülerinnen und Schüler in ihrer Entwicklung von Kindes-, durch das Jugend- ins Erwachsenenalter. Die Reifung ihrer Persönlichkeit, die Ausbildung stabiler Identität und Spiritualität ist uns ein zentrales Anliegen.

 

Einen Zugang zum christlichen Glauben und seinen kulturellen Zeugnissen schafft der Religionsunterricht über seine Inhalte und Methoden, aber auch durch meditative, liturgische Elemente wie Andachten, Stilleübungen oder die ergänzenden Schulgottesdienste. Um den Aufbau grundlegenden Wissens über das Christentum nachhaltig zu fördern und es situationsbezogen einsetzen zu können, hat die Fachschaft Grundwissen definiert.

Natürlich bleibt die Perspektive nicht auf die eigene Religion beschränkt – das würde dem oben beschriebenen Pluralismus nicht gerecht. Das Kennenlernen anderer Religionen und der Aufbau interreligiöser Kompetenz, z. B. auch durch Besuche in Moscheen, der Synagoge oder des Buddhistischen Zentrums in Würzburg gehören selbstverständlich zum Religionsunterricht am DHG.

Die Vielfalt wertschätzen, ohne eigene Überzeugungen aufzugeben – das ist uns ein wichtiges (Lern-)Ziel. Zu den Grundoptionen der Fachschaft Religion gehört außerdem die Eine-Welt-Arbeit, denn die Einordnung unserer Welt als „gemeinsames Haus“ aller Menschen durch Papst Franziskus (Enzyklika „Laudato Si“) verpflichtet uns zum Einsatz für die Natur, für bedrohte Völker und für globale Gerechtigkeit. Dies wird in vielfältigen Aktionen und Kooperationsprojekten (z. B. mit Missio) in und um den Unterricht für die Schülerinnen und Schüler erlebbar.

Grundwissenskataloge

Grundwissen 5. Klasse

Grundwissen 6. Klasse

Grundwissen 7. Klasse

Grundwissen 8. Klasse

Grundwissen 9. Klasse

Grundwissen 10. Klasse

Aufklärung Organspende für die 10. Klassen

Sechs Medizinstudierende von der Uni Würzburg informierten die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Religions- und Ethikunterrichts anhand eines fiktiven, aber realitätsnahen Fallbeispiels über Hintergründe, Voraussetzungen und Abläufe einer Organspende. Sie betonten die Dringlichkeit, selbst über den eigenen Körper zu entscheiden, und das Ergebnis – egal, ob es für oder gegen eine Organspende ausfällt, - dann auch auf einem Organspendeausweis zu dokumentieren. Dies sei auch zur Entlastung von Angehörigen wichtig, die aber dennoch das letzte Wort über eine Organspende behalten.
Die vielen Nachfragen zum Entnahmeverfahren, dem Prozess der Organverteilung und der Frage, wann der Mensch dann tatsächlich tot ist, spiegelten die Unsicherheit, die viele bei diesem sensiblen Thema umtreibt. Eine wichtige Veranstaltung für unsere Jugendlichen – und auch eine Veranstaltung mit Nachwirkungen: Einige Schülerinnen und Schüler haben sich tatsächlich dazu anregen lassen, einen Ausweis für sich auszufüllen…
N. Bauer

Fotos: M. Klement

 

Blick in die Welt

Kapuzinermönch Abba Worku Demeke aus Äthiopien besuchte am 24.10.2018 im Zuge des Rahmenprogramms um den Weltmissionssonntag 2018 die katholischen Religionskurse der Oberstufe. Er erzählte von seiner Arbeit im Caritas-Büro seiner Heimatdiözese Harar, wo er Nothilfe- und Entwicklungsprojekte im Osten Äthiopiens koordiniert. Mit seinen Schilderung der religiösen, politischen und sozialen Situation in seinem Heimatland weitete er unseren Blick auf die Welt - und nicht zuletzt auf uns selbst.

 

Begleitet wurde Abba Worku von einer Praktikantin des bischöflichen Hilfswerks Missio und dem neuen Leiter der Diözesanstelle für Mission, Entwicklung und Frieden, Alexander Sitter.

 

N. Bauer, 24.10.2018

Exkursion in das Buddhistische Zentrum Würzburg (Klasse 10dm)

Am 13.07.2018 besuchte die Klasse 10dm im Rahmen des Lehrplanthemas „Christentum im Pluralismus von Religionen und Kulturen: Hinduismus und Buddhismus“ das Buddhistische Zentrum in Würzburg. Im Vorfeld hatte die Klasse Fragen formuliert, die über die erworbenen Kenntnisse hinausgingen. Frau Thier, die die Klasse im buddhistischen Zentrum empfing, baute ihren Vortrag nach einer kurzen Vorstellung auf den gesammelten und aktuell aufkommenden Fragen auf, sodass wirklich nur das behandelt wurde, was die Schülerinnen und Schüler auch interessierte und bewegte. So erfuhren sie beispielsweise, dass es den einheitlichen Buddhismus, wie sie ihn aus dem Lehrbuch kannten, so zumindest in Deutschland nicht gäbe und dass zudem innerhalb der verschiedenen Konfessionen große Unterschiede bestünden. Ebenso erklärte Frau Thier, dass die Wiedergeburt – eine Thematik, die die Zehntklässler interessierte – für viele Buddhisten während ihres Lebens gar keine so große Rolle spiele, sondern die Arbeit mit dem eigenen Geist im Vordergrund stehe. Hierbei gehe es beispielsweise  darum, an eigenen Gewohnheiten und festgefahrenen Handlungsweisen mittels Meditation zu arbeiten.  Abschließend erhielten die Jugendlichen selbst die Möglichkeit, an einer kurzen Mediation teilzunehmen.

Weihnachten - fair noch schöner

„Ich verschenke Schokolade mit dem Fairtrade-Siegel. Denn diese Schokolade wird ohne Kinderarbeit hergestellt.“
Das ist die Antwort eines Mädchens aus der 6. Klasse auf die Frage nach einer fairen Weihnachtsidee. Viele weitere Tipps zeigt eine Miniausstellung, die es aktuell am DHG zu sehen gibt.

Foto 1: Faire Weihnachtsideen
Das Thema Kinderarbeit spielt in dieser Ausstellung eine wichtige Rolle, denn gerade in der Zeit um Weihnachten essen wir besonders viel Schokolade. Und Kinderarbeit auf Kakaoplantagen ist leider eine traurige Realität.

Foto 2: Kinderarbeit für unsere Schokolade
Einige Sechstklässlerinnen und Sechstklässler machten sich deshalb im Religionsunterricht auf den Weg in den Würzburger Weltladen. Und dort lernten sie: Wer seine Schokolade hier kauft, kann dies mit gutem Gewissen tun.

Foto 3: Gut gegen Kinderarbeit - Weltladen
Wem der Weg in die Stadt zu weit ist, der kann am Deutschhaus-Gymnasium im Pausenverkauf ebenfalls fair gehandelte Süßigkeiten kaufen. Der ein oder andere DHGler macht daraus sogar ein einfallsreiches Weihnachtsgeschenk. Befüllt mit einer solchen Süßigkeit bereiten nämlich unsere müllsparenden DHG-Becher nicht nur den Beschenkten viel Freude, sondern auch unserem Klima.

Foto 4: Gut fürs Klima - DHG-Becher

Text: Margarete Klement und Simone Medler
Fotos 1-3: Margarete Klement, Foto 4: Simone Medler

Verkauf von umweltfreundlichen DHG-Cups

Seit dem letzten Sommerfest verfügt unsere Schule über den umweltfreundlichen DHG-Cup. Darüber sind wir glücklich.
Anlass unserer Initiative war der Besuch des Yanomami-Indianders Armindo in einigen Religionsklassen. Er berichtete anschaulich darüber, wie die Ureinwohner des Regenwaldes um ihr Überleben kämpfen müssen. Die fortschreitende Zerstörung des Regenwaldes zerstört auch den Lebensraum der Yanomami.
Der DHG-Becher trägt zur Vermeidung von überflüssigem Plastikmüll bei und schützt den Regenwald. Der Cup kann nachhaltig am Heißgetränke-Automaten und am Schulbrunnen im Forum verwendet werden. Er trägt das Schullogo und kann mit dem Namen des Besitzers beschrieben werden.
Im Oktober hatten unsere neuen Fünftklässler*innen die Gelegenheit, einen persönlich zusammenstellbaren bunten Becher zu kaufen. Er spart am Getränkeautomaten 10 Cent pro Getränk.
Von diesem Angebot machten die Kleinen regen Gebrauch. Der Verkaufserlös betrug 350 Euro.
Für alle anderen Schülerinnen und Schüler des DHG besteht die Möglichkeit in der Woche vor den Allerheiligenferien jeweils in der 2. Pause einen eigenen Cup zu kaufen.
 
Mit unserem DHG-Becher setzen wir den Vorsatz „Verwende weniger Plastik und schütze so den Regenwald und unser Klima“ um.

Text: M. Klement und S. Medler   
Foto 1: M. Klement, Foto 2 und 3: M. Pietschmann
 

Interreligiöser Projekttag der 10. Klassen

Fakten statt Vorurteile zu vertiefen, miteinander statt übereinander zu reden, Christentum und Islam in Dialog miteinander zu bringen statt Abgrenzungen vorzunehmen - das waren die Ziele des ersten interreligiösen Projekttags der 10. Klassen am DHG.

Er fand am 8. Juni in Zusammenarbeit mit der Eugen-Biser-Stiftung als Projekt der Fachschaft Religion statt. Zugleich stand der Tag auch im Kontext der „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, einem Netzwerk, dem das DHG seit einigen Jahren angehört.
Er ermöglichte Einsichten in Gemeinsamkeiten zwischen Christentum und Islam und gab Anstöße, gesellschaftlich relevante Themen wie „Demokratie“, „Frieden“, „Toleranz“ aus der Perspektive dieser beiden Religionen zu beleuchten und zu diskutieren.
Ein herzliches Dankeschön an…

  • … die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen, die sich offen auf den Tag einließen, trotz großer Hitze die nicht immer einfachen Texte des „Lexikon des Dialogs“ durchackerten und im Plenum weitere Fragen stellten.
  • … Hr. Karakaya und Hr. Zinsmeister von der Eugen-Biser-Stiftung, die uns bei Vorbereitung und Durchführung des Projekts unterstützten! Ihre authentischen Antworten gaben viele Denkanstöße.
  • … an die Kolleginnen und Kollegen der Fachschaft Religion, die Schülergruppen betreuten und sich im Vorfeld an der Organisation beteiligten!

 
N. Bauer

Unser Einsatz für die Eine Welt

für Natur, bedrohte Völker und globale Gerechtigkeit

Der Funke war übergesprungen, als Religionsgruppen am DHG vor einiger Zeit Besuch von Josielson bekamen. Der Brasilianer setzt sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung im Regenwald von Amazonien ein. Dazu gehört auch der Widerstand gegen Staudammprojekte, die den Lebensraum der Indianer bedrohen. Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte unserer Schule machten damals bei der Unterschriftenaktion gegen den Staudamm am Tapajós mit. Kurze Zeit später trat etwas ein, das nur wenige zu hoffen gewagt hatten. Die Erfolgsmeldung auf den DHG-Bildschirmen lautete: „Der Bau des Staudamms ist gestoppt. Die einzigartige und artenreiche Lebenswelt der Amazonas-Indianer wird bewahrt.“

Auch im folgenden Schuljahr waren Gäste aus dem Regenwald am DHG zu Gast. Im Rahmen einer Adveniat-Aktion wurde unsere Schule von Erzbischof Roque Paloschi und Yanomami-Indianer Armindo Goes Melo besucht.

Die beiden erzählten vom traditionellen Leben der Indianer, aber auch davon, wie die Ureinwohner um ihr Überleben kämpfen müssen. Denn: Um Gold aus dem Grund von Flüssen zu lösen, verwenden Goldgräber Quecksilber und vergiften so das Wasser. Außerdem werden riesige Urwaldflächen abgeholzt, damit mehr Soja und Palmöl für den Export produziert werden kann. Die fortschreitende Zerstörung des Regenwaldes zerstört auch den Lebensraum der Yanomami.

 

 

Angeregt durch die Betroffenheit vieler Schülerinnen, Schüler und Lehrerkräfte suchten einige Religionslehrerinnen nach einer Möglichkeit, sofort etwas für die Yanomami-Indianer und ihren Lebensraum zu tun. So entstanden 7 Vorsätze für die Eine Welt.

 

Es sollte nicht bei frommen Wünschen bleiben. Bereits zwei Mal fanden sich an unserer Schule engagierte Schülerinnen und Schüler, die im Rahmen der Aktion 15 Minuten für deine Welt einen fairen Pausenverkauf mitorganisierten. So wurde eine Tradition begründet, von der wir hoffen, dass sie am DHG eine Zukunft hat.

Der Verkaufserlös ging u.a. an die Misereor-Fastenaktion 2017, die unter der Überschrift stand: Die Welt ist voller guter Ideen. Lass sie wachsen. Zu diesem Thema gestalteten Religionsgruppen der Unterstufe verschiedene Stellwände, die auf unterschiedliche Weise aufzeigten, wie man die 7 Vorsätze ganz konkret umsetzen kann.

 

Zu dieser Umsetzung gehörten auch mehrere Verkaufsaktionen, bei denen die DHG-Cups angeboten wurden. Diese regenwaldfreundlichen Becher sind mit dem Schullogo versehen und können nachhaltig am Kaffeeautomaten sowie am Schulbrunnen verwendet werden.

 

 

Papst Franziskus ruft in seiner Enzyklika Laudato si dazu auf, „an der Bewahrung der Schöpfung mitzuarbeiten, ein jeder von seiner Kultur, seiner Erfahrung, seinen Initiativen und seinen Fähigkeiten aus.“ (LS 14)

Wir am Deutschhaus-Gymnasium wollen unseren Teil dazu beitragen. Wir hoffen, dass ihr, liebe Schülerinnen und Schüler und Sie, liebe Eltern, dieses Anliegen weiterhin so großartig unterstützen wie bisher. Auf diese Weise schützen wir nicht nur den Regenwald in Amazonien, sondern auch das Klima hier bei uns.

Von Margarete Klement und Simone Medler

Heute schon die Welt verändert?

So heißt das Motto der diesjährigen Misereor-Fastenaktion. Auch wir am Deutschhaus-Gymnasium wollen uns die Frage stellen, wie wir die Welt ein wenig besser machen können. Unsere Antworten zeigen wir in einer Mini-Ausstellung vor dem Sekretariat. In jeder Woche der Fastenzeit kommen neue Ideen hinzu.

Heute schon vorbeigeschaut?

Text: M. Klement und S. Medler

Weihnachten in der Einen Welt - Tipps für faire Geschenke

Salim Alafenisch- ein Beduine aus dem Negev zu Gast am DHG

Am 17.05.2017 war der palästinensische Autor Salim Alafenisch am Deutschhaus-Gymnasium zu Gast.
Die neunten Klassen kamen dabei in den Genuss, mehr aus dem Leben eines ehemaligen Beduinen aus der Wüste Israels zu erfahren.
Neben einer kurzen Lektüre aus einem seiner unzähligen Bücher war es Alafenisch vor allem wichtig, über verschiedene Brauchtümer aus seiner Zeit als Beduine zu erzählen- ein Beispiel dafür wäre die Verteilung der „Zimmer“ im Beduinenzelt, die von strengen Regeln und langer Tradition geprägt ist.
Salim Alafenisch, der erst mit 23 Jahren sein Abitur gemacht hat, teilte seine Lebensgeschichte uns mit, die von vielen Ortswechseln und kulturellen Erfahrungen geprägt ist.
Während seines Studiums in Deutschland hat er auch seine Frau kennengelernt, mit der er zwei Töchter hat. Durch die Art wie er berichtet, merkt man, dass ihm Traditionen und Familie sehr am Herzen liegen. Er ist Muslim und seine Frau ist evangelische Christin- da stellt sich zum Beispiel die Frage, wie diese Familie gemeinsam Weihnachten feiert. Steht nach christlichem Brauchtum der Weihnachtsbaum im Wohnzimmer oder wird doch eine geschmückte Palme im Topf aufgestellt? Beides hat Alafenisch bereits ausprobiert, denn ihm kommt es nicht auf den Baum an, sondern auf das gemeinsame Beisammensein innerhalb der Familie.
Eine besondere Aufmerksamkeit hat Salim Alafenisch auf sein Publikum gerichtet, das er nach seiner Lesung durch eine Fragerunde miteinbezogen hat. Gegen Ende der Veranstaltung hat es neben einem Autogramm auch einen kurzen Einblick in die arabische Sprache gegeben, indem Alafenisch jeder Schülerin und jedem Schüler seinen Namen auf Arabisch auf die Rückseite der Autogrammkarte geschrieben hat.
Wir bedanken uns sehr für diesen, vor allem in kultureller Hinsicht, aufschlussreichen Besuch!
Luisa (9c)

(Bilder: M. Pietschmann und M. Klement)