CyberMentor Plus - Mädchen für MINT-Berufe begeistern

Jeder Jugendliche kann mit einem Smartphone umgehen, sämtliche Lebensbereiche sind durchdigitalisiert. Unser Alltag ist geprägt von Algorithmen und deren Auswirkung, entwickelt bzw. programmiert von Informatikern – hauptsächlich Männern wohlgemerkt. Dies ist auch noch in den meisten anderen naturwissenschaftlichen Bereichen der Fall. Dem entgegenzuwirken wurde das CybermentorProgramm entwickelt, Deutschlands größtes Online-Mentoring-Programm für Mädchen im MINT-Bereich, an dem unsere Schule bereits im zweiten Jahr teilnimmt. In diesem Programm tauschen sich CyberMentorinnen, mit einem naturwissenschaftlich geprägten Studium und CyberMentees aus. Parallel hierzu finden an der Schule über das Schuljahr verteilt Arbeitsphasen mit Überbegriffen wie „MINT im Alltag“, „MINT aktiv“, „MINTeinander“ sowie „MINTblick“ statt. Schülerinnen mit Interesse an Mathematik, Physik, Biologie, Chemie oder Informatik werden im Rahmen dieses Programms mit einer Frau „gematcht“, die in einer Männerdomäne sich etabliert und einen naturwissenschaftlichen Wertegang absolviert hat. Auf der sogenannten CyberMentor-Plattform finden die Teilnehmerinnen darüber hinaus vielfältige Informationen zu MINT und Angebote zu Teilnahme und Mitgestaltung von MINT-Projekten. 

Warum ist der Anteil an Frauen in Informatik so gering? Warum entscheiden sich so wenig Mädchen und Frauen für die Fachrichtung Informatik? Dass dies nicht an mangelndem Interesse an Programmierung oder Auseinandersetzung mit künstlicher Intelligenz liegt, bewiesen unsere CyberMentees in diesem Schuljahr. Viele unserer diesjährigen Mentees haben sich um eine Mentorin aus dem Fachbereich der Informatik beworben. Sie lernten hierbei selbstbewusste Frauen mit Berufen aus verschiedensten informationstechnologischen Bereichen kennen, wie beispielsweise aus der Softwareentwicklung, der Informations- und Kommunikationstechnik und der Medientechnik kennen. Hierbei erfuhren sie von den Beweggründen sich für einen stark männlich geprägten Beruf zu entscheiden und dort sich zu behaupten.

Ausgehend von der allumfassenden, nicht mehr wegzudenkenden Digitalisierung in unserem heutigen Alltag, beschäftigten sich die Schülerinnen mit den Themen Künstliche Intelligenz und maschinellem Lernen in Form eines Planspiels. Neben spannenden Fakten zur künstlichen Intelligenz erlebten sie in der Spielphase, wie der Lernfortschritt der Maschine größer wurde, je mehr Runden gespielt wurden. Sie konnten so nachvollziehen, wie sich menschliches Denken von der Arbeitsweise der Maschine unterscheidet. 

Als ersten Einstieg in die Programmierung lösten die Schülerinnen ohne Vorkenntnisse Aufgaben mit der Programmiersprache Blockly und nahmen an der 1. Runde des Jugendwettbewerbs teil. Sie vertieften so wesentliche Konzepte von Programmiersprachen wie Anweisungen, Bedingungen, Schleifen. Sie programmierten beispielsweise eine Schildkröte einen Stern zu zeichnen oder ließen einen Roboter Kästen auf bestimmten Positionen schieben. Beim Lösen der Aufgaben zeichnete sich bereits jetzt schon eine andere Herangehensweise als bei Jungs an: Das Finden des passenden Programmstruktur empfanden die Mädchen mit Musik viel zielführender und lockerer wie ohne. Nach einer ersten Einführung in die Syntax von Python programmierten die Schülerinnen einen ersten einfachen „Geschichtengenerator“, der nach Eingabe eines Namens, Tiere bzw. Ortes eine individuelle Geschichte erzeugte.

Gespannt bleibt abzuwarten, ob sich die Schülerinnen motiviert hat, sich ebenfalls für eine naturwissenschaftliche Laufbahn zu entscheiden.

Weitere Informationen zu Cybermentor Plus finden Sie unter: https://www.cybermentor.de/

Text: P. Kuhn-Bader
Foto: Y. Eisermann

 

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