Fachprofil

Im 2-stündig unterrichteten Fach Geschichte setzen sich die Schülerinnen und Schüler von der 6. bis zur 12. (G8) bzw. 13. Jahrgangsstufe (G9) intensiv mit Entwicklungen, Ereignissen, Strukturen und Persönlichkeiten auseinander, die die Vergangenheit geprägt haben, und erkennen die Relevanz dessen für die Gegenwart und ihre eigene Lebenswelt. Hierbei wird der Bogen von der Vor- und Frühgeschichte über die frühen Hochkulturen zur griechisch-römischen Antike, Mittelalter, Frühen Neuzeit bis zur Zeitgeschichte gespannt. Die Schülerinnen und Schüler gewinnen einen an der Chronologie geschichtlichen Geschehens ausgerichteten Überblick über wichtige Epochen und einen vertieften Einblick in einzelne Themen der deutschen, europäischen und Weltgeschichte, aber auch der unmittelbaren Lokalgeschichte.  Sie erwerben ein fundiertes Grundwissen und üben im Umgang mit unterschiedlichen Quellengattungen beständig wichtige methodische Fertigkeiten ein, z.B. Textanalyse, Kartenarbeit, Bildinterpretation, Auswerten von Tabellen, Statistiken oder Diagrammen. Sie gelangen zu einem differenzierten historischen Bewusstsein, das die Basis für eine solide politisch-historische Bildung ist. 

Der Unterricht im Fach Geschichte und außerunterrichtliche Aktivitäten am Deutschhaus-Gymnasium

Unsere Fachschaft bemüht sich, im Geschichtsunterricht selbst sowie durch zahlreiche, fest etablierte fachübergreifende bzw. außerunterrichtliche Projekte und Veranstaltungen sowie historische Exkursionen die Neugier der Schülerinnen und Schüler auf historische Prozesse zu wecken und ein langfristiges Interesse für Geschichte sicherzustellen.
Die Geschichtslehrkräfte arbeiten im Fachunterricht mit anschaulichen (multimedialen) Materialien, fördern die Aktivität und Selbsttätigkeit der Schülerinnen und Schüler, ermöglichen abwechslungsreiche methodische Zugänge zu den Lerninhalten, üben die fachspezifischen Fertigkeiten und Fähigkeiten solide ein und achten auf die konsequente Sicherung des Wissens.  
Zentral verankerte, regelmäßig in der jeweiligen Jahrgangsstufe durchgeführte Projekte, Exkursionen und Veranstaltungen erlauben den Schülerinnen und Schülern einen weiteren motivierenden Zugang zu historisch-politischen Themen:

6. Jahrgangsstufe: „Leben im Alten Rom“: In diesem fächerübergreifenden Projekt (G/Inf), recherchieren die Schülerinnen und Schüler über einen Zeitraum von rund vier Wochen in Gruppen ein selbst gewähltes Thema gründlich, strukturieren ihre Ergebnisse sorgfältig und stellen sie mit einer grundständig erarbeiteten Power Point Präsentation anschaulich dar. 
Exkursion zu einem Römermuseum und zu archäologischen Ausgrabungsstätten: Der Besuch des Römermuseums in Osterburken, des Kastellgeländes sowie des Nachbaus eines Limesturms und der Reste des Limes führt den Schülerinnen und Schülern das Leben der Römer in Germanien vor Augen. Im Schuljahr 2018/19 besuchen die Sechstklässler das Limeseum und den Römerpark in Ruffenhofen und werden bei der Führung durch das Gelände und das Museum sowie bei einem museumspädagogischen Workshop selbst aktiv. In den vergangenen beiden Schuljahren war die historische Exkursion eingebunden in fächerübergreifende Römertage, die von der Fachschaft Latein in der letzten Juliwoche veranstaltet wurden.

7. Jahrgangsstufe: „Mittelalterprojekt“: In diesem fächerübergreifenden Projekt (D/G) beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Facetten der (höfischen) Kultur im Mittelalter. Nach einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung im Forum beschäftigen sich die Kinder in Arbeitsgruppen unter anderem mit Rittertum und Burgenbau, Minnesang, der Geschichte der deutschen Sprache oder Frauen im Mittelalter. Im Rahmen der drei Projekttage nehmen sie an einem museumspädagogischen Programm am Museum für Franken teil, setzen sich zudem künstlerisch-kreativ mit einer Aufgabenstellung auseinander und präsentieren ihre Ergebnisse vor der Klasse.

9. Jahrgangsstufe: Besuch des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes in Nürnberg: Die Schülerinnen und Schüler vollziehen in der Dauerausstellung „Faszination und Gewalt“ u.a. mittels Ton- und Videodokumenten sowie zahlreichen Exponaten die Entstehung, das unheilvolle Wirken und die Folgen der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland nach. Der Rundgang über das riesige Gelände im Südosten der Stadt führt entlang der nie fertiggestellten monumentalen Kongresshalle über die Große Straße zur Zeppelintribüne mit der Führertribüne. In der Begegnung mit diesem Originalschauplatz der Nürnberger Reichsparteitage wird den Schülern bewusst, wie im Dritten Reich Architektur, Propaganda und Massensuggestion gezielt eingesetzt wurden. Die Eindrücke werden selbstverständlich im Unterricht in der Nachbereitung aufgegriffen und reflektiert.

10. Jahrgangsstufe: Projekttage zum 9.November 1989: An zwei Projekttagen setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Entwicklungen und Ereignissen, die zur Entstehung, der Festigung und dem Zusammenbruch des DDR-Staates und letztlich zur Wiedervereinigung geführt haben, auseinander. Sie arbeiten selbständig in Kleingruppen mit Projektmappen, setzen ihre Ergebnisse und Eindrücke künstlerisch-kreativ um und reflektieren die Wirkung und Folgen der deutsch-deutschen Teilung auf Staat, Gesellschaft und Alltagsleben in der DDR und BRD. Im Rahmen der Projekttage wurden in den vergangenen Jahren an unserer Schule auch regelmäßig Zeitzeugengespräche angeboten oder Fahrten zu Gedenkstätten wie Point Alpha oder Mödlareuth oder der Besuch des Stasi-Unterlagen-Archivs Suhl organisiert.

11. Jahrgangsstufe: Weimar-Fahrt: Neben der Begegnung mit dem „klassischen Weimar“, das seine Anknüpfungspunkte in erster Linie im Deutschunterricht der Oberstufe findet, bildet der Besuch der Gedenkstätte Buchenwald einen weiteren Schwerpunkt der Exkursion. Die intensive Beschäftigung mit den Themen in der Dauerausstellung und in erster Linie die Führung über das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers eröffnen den Schülern einen sehr nachdrücklichen und emotionalen Eindruck von dem menschenverachtenden nationalsozialistischen Terrorregime. Der Besuch wird im Unterricht ausgiebig fachlich und pädagogisch vor- und nachbereitet.
 

Aktivitäten

„Zeit, die Mauer in den Köpfen zu durchbrechen!“ – Projekttage der 10. Jahrgangsstufe zum 9. November 1989 (Schuljahr 2018/19)

Fast drei Jahrzehnte lang teilte eine nahezu unüberwindliche Grenze die beiden deutschen Staaten, bevor es am 9. November 1989 zum historischen Fall der Berliner Mauer kam. In jedem Schuljahr setzen sich die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen unserer Schule mit diesem Ereignis an zwei Projekttagen intensiv auseinander. Zunächst erhalten sie mit einer filmischen Dokumentation einen über die historischen Entwicklungen, die dem Zusammenbruch des SED-Staates vorausgingen. Dann beschäftigen sie sich selbstständig mit Projektmappen und vertiefen wichtige Aspekte zur Blockbildung und zum Kalten Krieg sowie zur DDR-Geschichte und zur deutsch-deutschen Wiedervereinigung. Die Projekttage boten heuer aber nicht nur Gelegenheit, sich fachlich mit dem Thema auseinanderzusetzen, sondern regten die Schülerinnen und Schüler auch an, sich kreativ-künstlerisch zu betätigen. So gestalteten manche Jugendliche Collagen oder fertigten Zeichnungen an, andere führten Interviews mit Erwachsenen in der Stadt und erfuhren, wie diese den Mauerfall erlebt haben oder nun bewerten. Andere Schülergruppen recherchierten für sie interessante Aspekte im Internet und fassten die Ergebnisse grafisch zusammen. So entstand in Zusammenarbeit aller Klassen eine interessante, thematisch vielschichtige Ausstellung im Forum unserer Schule. Den Abschluss der Projekttage bildete der gemeinsame Besuch des aktuellen Kinofilms „Der Ballon“, dessen Handlung viele der Jugendlichen sehr bewegte.

Text: A. Neuberger

 

Hitlers Größenwahn - Eine Exkursion der Klassen 9b und 9d zum Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg (Schuljahr 2017/18)

Riesige Relikte aus dem Nationalsozialismus erwarteten uns, als wir, die Klassen 9b und 9d mit unseren Lehrern Frau Hensel und Herrn Hümmer am 02.05.2018 am ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg ankamen. Sofort überwältigte uns die riesige Kongresshalle, in welcher einmal 50.000 bis 60.000 Menschen hätten Platz haben sollen, um Hitler zuzujubeln. Fertiggestellt wurde diese, wie auch der Großteil der geplanten Anlagen, z.B. das „Deutsche Stadion“, jedoch nicht. Allein der Gedanke an ein Gebäude in dieser immensen Größe, in das 400.000 Leute hätten passen sollen, war irrwitzig. Vielleicht wurde auch deshalb nur die Baugrube ausgehoben, bis 1939 der 2. Weltkrieg begann.
Nach der rund zweistündigen Führung über das Areal, besuchten wir noch die Multimedia-Ausstellung („Faszination und Gewalt“) des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände, in der es alles Interessante und Wissenswerte rund um den Nationalsozialismus entweder zu lesen, über den Audioguide zu hören oder in Filmbeiträgen zu sehen gab. In der gut einen Stunde, die wir in der Ausstellung verbringen durften, konnten wir unser bereits in der Schule gewonnenes Wissen auffrischen, aber auch viele neue Informationen sammeln.
Insgesamt ein gelungener Tag, der uns Hitlers Größenwahn, von dem Lehrkräfte im Geschichtsunterricht berichten, eindrucksvoll und real vor Augen führte.

Text: Maximilian L. und Finn G., 9b

Mittelalter hautnah - Schüler erleben erforschend das Mittelalter (Schuljahr 2017/18)

 

Lautes Kampfgeschrei, klingende Schwerter und hitzige Gefechte - gebannt verfolgten die Jugendlichen jeden Schritt und jede Bewegung des Deutschordensritters und seines Knappen, die sich auf der Bühne des Forums im Deutschhaus-Gymnasium einen erbitterten Kampf lieferten. Die Schaukampftruppe Keilerey lässt die Welt der Ritter lebendig werden und gestaltet schon seit einigen Jahren den Auftakt zu den regelmäßig durchgeführten drei fächerübergreifenden Projekttagen der 7. Jahrgangsstufe zum Thema Mittelalter.
Die Schülerinnen und Schüler arbeiten selbständig mit Texten, Filmen und unterschiedlichen Materialien und lernen im Austausch mit ihrer Gruppe, indem sie sich nicht nur mit tapferen Rittern, Turnieren und Schurken oder den mächtigen Burgen und deren Burgherren in ihrer Heimat beschäftigen. Sie tauchen ein in die Welt des mittelalterlichen Minnesangs, lernen Walther von der Vogelweide näher kennen und entschlüsseln Epen wie die von Iwein und Parzival. Mit viel Interesse und Eifer erkennen die Jugendlichen Zusammenhänge zwischen dem Mittelhochdeutschen und unserer jetzigen Sprache und vergleichen die Lebensbedingungen von wîben unde frouwen, den Frauen im Mittelalter, mit heute.
Zum Abschluss des Lernzirkels präsentiert jede Gruppe ihre Ergebnisse in überraschender Form, so dass sie selbst als mittelalterliche Frauen auftreten, einen Minnesänger in die heutige Zeit versetzen oder die Ähnlichkeiten  eines vorbildlichen Ritters mit einem Helden aus der aktuellen „Star wars“- Folge vorstellen.  
Das Mittelalter lebendig werden lassen, auf seine Spuren in der eigenen Stadt und Region aufmerksam machen,  aktuelle Bezüge zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler schaffen, kreativ werden, Lerninhalte selbst entdecken, mit verschiedenen Materialien Produkte gestalten und mit modernen audiovisuellen Medien arbeiten – diese Ziele hat das fächerübergreifende Stationenlernen zum Mittelalter. Eine Exkursion zur Festung Marienberg mit einem museumspädagogischen Programm im Museum für Franken ergänzt und vertieft das Lernen in der Schule durch das Lernen vor Ort.
„Eigentlich schade, dass wir nur drei Tage Zeit hatten!“ und die Frage „Können wir nicht öfter selbständig lernen?“ beschreiben die positive Reaktion einiger Schüler und zeigen, dass Selbermachen immer noch viel spannender als jedes Mittelalter-Spektakulum ist.
Text: C. Hochmuth, A. Neuberger
 

Besuch des Stasi-Archivs in Suhl durch die Klassen 10a und 10d am 9.11.2017 - ein Einblick in Opferschicksale des DDR-Unrechtsregimes (Schuljahr 2017/18)

Das „Ministerium für Staatssicherheit“ („MfS“), oder die „Stasi“, wie es den meisten wohl geläufiger ist, machte die DDR zum totalen Überwachungsstaat. Aber was bedeutete dies für das Leben der DDR-Bürger konkret und was hat die Stasi eigentlich alles gemacht? – Um dieser Frage auf den Grund zu gehen machten wir uns, die Klassen A und D der zehnten Jahrgangsstufe, am 9. November, dem Jahrestag der Friedlichen Revolution von 1989, auf den Weg zur Außenstelle der Stasi-Unterlagenbehörde in Suhl, ein unscheinbares Gebäude in einer Plattenbausiedlung. Zum Einstieg in die Thematik des bevorstehenden Tages sahen wir zunächst den beklemmenden Film „Ein Volk unter Verdacht - die Staatssicherheit der DDR“.  Die Stasi war Geheimdienst und Geheimpolizei zugleich. Die Geheimpolizei hatte die innere Sicherheit des DDR-Staates zu wahren, verletze jedoch massiv Bürger- und Menschenrechte. Im Film berichten Zeitzeugen über ihre Erfahrungen mit den Mfs-Mitarbeitern, über ihre Verfolgungsängste und ihre Haftstrafen. Nur wenn man sich unauffällig verhielt, konnte man Wanzen und Bespitzelungen, die z.T. von Angehörigen der eigenen Familie ausgeführt wurden, entgehen. Jedes aufgezeichnete oder mitgelauschte Wort wurde danach in Akten abgefasst und ist seit der Sicherstellung der Stasiarchive nach der Wende zugänglich, wie uns zwei Mitarbeiterinnen des heutigen Archivs berichteten. Bei unserem Besuch in der Außenstelle durften wir einen rekonstruierten Arbeitsplatz eines Stasimitarbeiters und die riesige Karteikartensammlung mit 1,3 Million Karteikarten anschauen. Diese lagern in Paternosterschränken und machen es überhaupt erst möglich, die gesuchte Akte im Archiv zu finden, in dem mehr als 3,7 laufende Kilometer Unterlagen aufbewahrt werden. Aus Gründen des Datenschutzes durften wir letzteres nicht besichtigen. Um jedoch einen Einblick zu bekommen, was dort an detaillierten Akten lagert, fanden wir uns nach einer Mittagspause in Gruppen zusammen. Gemeinsam wurde dort mittels verschiedener Arbeitshefte, die detaillierte Auszüge aus MfS-Akten enthielten, einzelne Schicksale von Opfern des DDR-Unrechtsstaates erarbeitet. Zunächst in kleiner Runde besprochen, wurden die Fälle später nochmal vor den Mitschülern beider Klassen vorgestellt.
Die Exkursion nach Suhl rundete die in der Schule vorangegangene interessante Lernzirkelarbeit zur DDR und Mauerfall ab.

Text: Stefan B., Marco B., Vinzenz D., 10d

 

Das Leben im Alten Rom digital präsentiert: „Agile Methoden“ im gemeinsamen Projekt Geschichte/Informatik in der 6. Jahrgangsstufe (Schuljahr 2016/17)

Eine Premiere stellte dieses Jahr die Projektphase im Informatikunterricht der 6. Klassen insofern dar, als sie erstmalig als Kooperation zwischen den Fächern Informatik und Geschichte mit dem thematischen Schwerpunkt „Römisches Reich“ organisiert war. Dass dabei - wie schon seit einigen Jahren in Informatik-Projekten am DHG üblich - die Prinzipien der „Agilen Methoden“ umgesetzt wurden, war dagegen keine Neuerung.
Die von den Sechstklässern bereits lang ersehnte Projektphase startete zwischen Ostern und Pfingsten mit einer gründlichen fachlichen Recherche im Rahmen des Geschichtsunterrichts. Die Schüler arbeiteten dabei in Sechsergruppen zusammen und durchforsteten das Material der Schülerlesebücherei und das Internet nach Informationen zu Themen wie „Kindheit im Alten Rom“, „Brot und Spiele“ oder „Sklaverei im Römischen Reich“. Dann wurden geeignete Informationen ausgewählt, passende Schwerpunkte gesetzt und die Präsentation geplant. Neben der Gliederung und dem Entwurf eines Konzeptes für das Handout wurden schon jetzt „User Stories“ erstellt. Diese legten fest, was jede einzelne Folie an Inhalt transportieren sollte, sodass die Folie dann entsprechend gestaltet werden konnte – zunächst „nur“ auf dem Papier.
Mit diesen Materialien bestens vorbereitet, konnten die Schüler und Schülerinnen anschließend im Informatikunterricht, wo sie zwischenzeitlich den ersten Umgang mit einer Präsentationssoftware geübt, sich mit den Themen Urheberrechte und Creative Commons auseinandergesetzt und Möglichkeiten kennengelernt hatten, lizenzfreie Bilder zu finden, endlich die digitale Umsetzung beginnen.
Diese bereitete den Schülergruppen viel Freude und ging ihnen rasch von der Hand: die meiste Recherchearbeit war getan, der Inhalt und das Layout der Folien war größtenteils festgelegt und verschiedene Kriterien guter Präsentationen wie beispielsweise Einfachheit und Klarheit waren bekannt. Und das alles spiegelte sich natürlich auch in den gelungenen Arbeiten wider, die am Ende der Projektphase voller Stolz den Mitschülern und Lehrern präsentiert wurden. Die selbst recherchierten und spannend vorgetragenen interessanten Details, wie die Tatsache, dass im Alten Rom die Hauslehrer meist griechische Sklaven waren oder Schulunterricht auch an Straßenecken stattfand, werden bestimmt von niemandem so schnell vergessen!
Abschließend lässt sich sagen, dass während der gesamten Projektphase, welche Eigeninitiative, Kreativität und eine sinnvolle Koordination der Arbeit im Team verlangte, die Schulstunden gefühlt stets viel zu kurz, aber tatsächlich meist länger als üblich waren - weil die Rechner bereits vor dem offiziellen Stundenbeginn hochgefahren wurden und auch nach Stundenende „nur noch ganz kurz“ weitergearbeitet wurde. Wann beginnt eigentlich das nächste Projekt?

Text: A. Rüger und M. Reinhard-Popp   

Schützengräben im 1. Weltkrieg (März 2017)

Mehr als 100 Jahre ist der 1. Weltkrieg vorbei. Er prägte aber eine ganze Generation. Zu einem Synonym des sinnlosen Sterbens und des Grauens an den Fronten in Ost und West wurde der Schützengraben. Millionen Männer fanden darin in blutigen Kämpfen den Tod, wurden verstümmelt, für ihr Leben traumatisiert. Lara, Klasse 9m, veranschaulichte in ihrer Vertiefungsfacharbeit mittels Modellbau die Schützengräben der Westfront. Dabei gestaltete sie detailreich sowohl einen britischen als auch einen deutschen Schützengraben und illustrierte sie mit Briefen und Fotos beteiligter Soldaten. Dadurch wurde das Leid der Soldaten im großen Ganzen eindrucksvoll sichtbar.
Text und Bild: C. Dutz

Geschichte selbstgemacht (Schuljahr 2016/17)

Die Geschichtswerkstatt für Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen ermöglicht eine spielerische, selbsttätige Annäherung an historische Sachverhalte des Geschichtslehrplans. „Geschichte selbstgemacht“- so könnte das Motto des Wahlkurses lauten, denn die Schülerinnen und Schüler schufen Abbilder historischer Erfindungen oder Bauwerke der Steinzeit und der Antike. Neben handwerklichem und künstlerischem Geschick galt es für die kleine Ausstellung im Schulhaus informative Texte zu verfassen. Die Ergebnisse des „produktiven Schaffens“ der kleinen Baumeister können vor dem Lehrerzimmer begutachtet werden.
Beteiligt waren Schülerinnen aus der 6a, 6b und 6d

Text: C. Dutz

Go east! Begegnen, erinnern, gestalten

Jugendprojekte des Deutschhaus-Gymnasiums mit dem Nachbarland Polen

Mehr als 70 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges, fast 30 Jahre nach Ende des Kalten Krieges und fünfzehn Jahre nach der EU-Osterweiterung kennen viele Menschen ihre östlichen Nachbarstaaten allenfalls aus Geschichtsbüchern, aus Erzählungen der Großeltern und die wenigsten von eigenen Kurzreisen in Metropolen wie Prag oder Krakau. Vielmehr erfolgte eine Prägung diesseits der Grenze nach Westen, jenseits nach Osten.

Das Deutschhaus-Gymnasium versucht in Kooperation mit dem Kopernikus-Liceum in Tarnobrzeg (Karpatenvorland/ Polen) diesen Zustand zu verändern und zwar dort, wo die Zukunft liegt, nämlich bei den jungen Menschen selbst und den Leuten, die sie ausbilden, ihren Lehrerinnen und Lehrern. Aufbauend auf persönliche Kontakte ergab sich schließich eine inzwischen seit Jahren bestehende vertrauensvolle Zusammenarbeit, ersichtlich in erfolgreich durchgeführten Schulprojekten:

  • Dem Strategiespiel POL&IS: Einem Modell, das die Vereinten Nationen und internationale Beziehungen abbildet. Ziel des Seminars war es, dass die Teilnehmer verstehen, unter welchen Bedingungen politische Entscheidungen entstehen und wie wichtig es ist, das Weltgeschehen zu verfolgen, um entstehende Konflikte zu erkennen und sie frühzeitig lösen zu können.
  • Dem Projekt „Two neighbours - one perspective“: Ein über die europäische etwinning-Plattform vorbereitetes und dann in Polen durch-geführtes Projekt, in dem es darum ging, Kenntnisse über die Geschichte Polens und Deutschlands zu erwerben und Verständnis für die unterschiedlichen Auffassungen von historischer Betrachtung zu gewinnen. Gleichzeitig wurde das Kennenlernen Polens durch Besuche etwa in Krakau oder Auschwitz ermöglicht. Das Projekt wurde in beiden Ländern als „wertvoll“ ausgezeichnet.
  • Einem Gedenktafelprojekt in Tarnobrzerg zu Ehren des in Auschwitz inhaftierten und später in Bergen-Belsen ermordeten Künstlers Marian Ruzamski sowie eine Stolpersteinverlegung in Würzburg für Sally und Käthe Heippert.
  • Der Durchführung eines in Kooperation mit dem Aktionsbündnis „Stolpersteine“ organsierten Präsentationsabends im jüdischen Zentrum „Shalom Europa“ in Würzburg zu den bisherigen Ergebnissen der Zusammenarbeit der Schülerinnen und Schüler; an diesem Abend waren auch polnische Schülerinnen und Schüler sowie der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Herr Dr. Schuster, zugegen.
  • Mehreren Teamteaching- und Hospitationsprogrammen zwischen deutschen und polnischen Lehrkräften.
  • Einem Projekt zur Erstellung touristischer Stadtflyer zur Geschichte Tarnobrzegs und Würzburgs in der jeweiligen Landessprache. Dabei stellten die Schülergruppen jeweils fünf prägende Schlaglichter der eigenen Stadtgeschichte für die ausländischen Schüler dar. Diese reduzierten dann die Thematik auf Flyergröße und bereiteten sie in ihrer Muttersprache auf.

Erfreulich dabei war es, dass die Schülerinnnen und Schüler alle Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit sowohl in Deutschland als auch in Polen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen durften. Eine Intensivierung der fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen dem Kopernikus-Liceum und dem Deutschhaus-Gymnasium ist als Baustein des Profils beider Schulen fest geplant.

Carsten Dutz, OStR