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»Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung.«

 

Besuch in der jüdischen Synagoge und dem Zentrum Shalom Europa

 
Im Rahmen des Religionsunterrichts besuchten zwei Klassen, die 9d und die 9m, das jüdische Gemeindezentrum Shalom Europa in der Valentin-Becker-Straße. Der Besuch bei den »älteren Geschwistern im Glauben« fiel auf den geschichtsträchtigen 27. Januar 2011, den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, so dass der Besuch in doppelter Hinsicht die Chance war, eine Gedächtniskultur zu fördern.
            Wir wurden herzlich empfangen und in zwei Gruppen durch die Räume der Synagoge und des Museums geleitet. Die ehrenamtlichen Führer brachten dabei das alltägliche und festtägliche Leben von Juden nahe. Besonders einprägsam wurde dabei die Liebe zur Tora als Mitte des jüdischen Glaubens: die stets von Hand auf Leder geschriebene und damit überaus wertvolle Tora wird während des Schabbat-Gottesdienstes aus dem Toraschrein geholt und auf die Almemor, das Lesepult, gelegt. Räumlich wird so ausgedrückt, welchen zentralen Stellenwert die Tora geistlich einnimmt.
            Ungewohnt war für die Jungen das Tragen der Kippa in der Synagoge, die von manchen durch die Kapuze ersetzt wurde. Darin spiegelt sich Respekt vor dem liturgisch-sakralen Bereich, auch für Gäste. Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich erstaunt über den separaten Sitzbereich für Frauen in der Synagoge, der nur mit Fenstern an den Gottesdienstraum angebunden ist. Zum Nachempfinden der Rolle der Frau in der Synagoge nahmen die Mädchen dort kurzzeitig Platz.
            Im Museum im Untergeschoss wurden viele Hintergrundinformationen mit Tafeln, Exponaten und interaktiven Medien zur Verfügung gestellt. Hier konnte man sich einen Überblick über die reiche jüdische Tradition in Unterfranken, die dunkle Zeit der Judenverfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus und das gegenwärtige jüdische Leben verschaffen.
 
            Inhaltlich bildete die Exkursion den Abschluss der für die in der 9. Jahrgangsstufe vorgesehenen Unterrichtsreihe zum Judentum, doch zeigte sich in der Feedbackrunde, dass die persönliche Begegnung und das Lernen »vor Ort« noch viele weitere Facetten bereit hielt.
 
F. Finkenberg