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Lies doch mal! – Ich hör dir lieber zu.

Die Schülerinnen und Schüler der Modellklassen des Deutschhausgymnasiums fertigen jedes Jahr eine Vertiefungsarbeit an. Sie befassen sich etwa eine halbes Jahr lang mit einem Thema, das sie selbst auswählen können, und erstellen dazu eine Arbeit mit einem schriftlichen und einem praktischen Teil.
So organisierte eine Schülerin aus der 10. Jahrgangsstufe dieses Jahr eine Autorenlesung. Der Logo Verlag Eric Erfurth vermittelte ihr den Autor Roman Kempf. Bei einem ersten Gespräch wurde das weitere Vorgehen besprochen. Es folgten Terminabsprachen zwischen Schule und Autor, bis der 20. April 2010 als Tag für die Lesung feststand.
Um 14.15h versammelten sich die Schüler der Klasse 9m und 10m in der Bibliothek des Deutschhausgymnasiums, wo Herr Kempf schon darauf wartet mit seiner Lesung anfangen zu können. Nach einer kurzen Begrüßung durch Katharina und den Schulleiter OStD Norbert Baur stellte er sich zunächst selbst vor. Er wohnt in Großheubach (Landkreis Miltenberg) und ist dort im Landratsamt als diplomierter Gärtner tätig. Nebenbei schreibt er Bücher, in denen seine Interessen, Obst- und Weinbau und die Geschichte des 17. und 18. Jahrhunderts, eine wichtige Rolle spielen. Mit seinem ersten Criminalroman „Schöner Wein“ hat Kempf die Figur des Pater Abel erschaffen, der eine Weinpanscherei aufdeckt. Der zweite Criminalfall des Mönchs in „Roter Stein“ liefert den Stoff, aus dem Roman Kempf auszugsweise vorliest.
Wie in einem klassischen Krimi üblich, geschieht zunächst ein Mord. Der Steinmetz Jakob Dumont, der für die Erschaffung des Konventbaus zuständig war, wird auf der Ruine Wildenberg tot aufgefunden. Dort wollte er sich mit Pater Abel treffen, um ein verschollenes Dokument, das die Größe des Besitzes des Klosters angibt, zu suchen. Nachdem feststeht, dass Dumont ermordet wurde, beginnt Abel mit den Ermittlungen. War es der Baumeister Ignatz von Neumann? Oder gar der Amtsrichter Urslingen, der gegen Abels Urkundesuche ist? Er folgt den Spuren des roten Sandsteins und recherchiert im Maingebiet zwischen Amorbach und Aschaffenburg. Dabei kann er sich nur auf seinen Miltenberger Freund Lothar Gutekunst mit dessen Tochter Marie und den Bibliothekar Felix verlassen, der allerdings verreist, als es heikel wird.
Die Spannung dieser Szenen wird durch das Vorlesen des Autors noch verstärkt. Man konnte schon alleine durch seinen Vortrag hören, dass der Roman im Miltenberger Raum spielt, da Roman Kempf einige Stellen in Mundart zitierte. Da ist beispielsweise der Bauer, der Pater Abel seinen Weg mit „Doo reschds iss noch e Schtück. Abber mittem Gaul könnt Ir aaach quer durschen Schöne Busch. Iss kerzer.“ Fragen ergaben sich dadurch bei den Schülern allerdings keine, was daran liegen mag, dass der ein oder andere selbst den fränkischen Dialekt beherrscht. Dinge, die die Schüler im anschließenden Austausch mit dem Autor interessierten, waren zum Beispiel, wie lange er für das Verfassen des Buches gebraucht hat oder ob noch weitere Fälle mit Pater Abel erscheinen werden. Ob nun der Gärtner der Mörder war, blieb freilich unbeantwortet, schließlich sollte der Vortrag zum Lesen animieren.
Beendet wurde die Lesung mit einem kräftigen Applaus sowie mit der Überreichung eines Bocksbeutels als Gruß aus dem Mainfränkischen an den Untermain.
Die Bücher von Roman Kempf können über den Logo Verlag Eric Erfurth bestellt werden.
Adresse: Rosenstraße 6, 63785 Obernburg am Main