Zurück zum Portal

 
 OX-Login  
Sie sind hier: Portal > Schulprofil > Geschichte > Stadt Würzburg
Diese Seite ausdrucken

Geschichte der Stadt Würzburg

Wappen
Ursprung und Gründung
Auch wenn die erste urkundliche Erwähnung der Stadt Würzburg auf den 1. Mai 704 datiert, liegt der Ursprung der Stadt Würzburg schon deutlich früher. Bereits um das Jahr 1000 v. Chr. existiert eine keltische Fliehburg, eine zeitweise als Rückzugsort dienende Verteidigungsanlage. Seit dem Jahr 650 n. Chr. ist Würzburg fränkischer Herzogssitz und im Jahr 689 wurden die schottischen Missionare Kilian, Kolonat und Totnan, die zuvor nach Würzburg migriert waren, ermordet. Figuren der drei Heiligen befinden sich in Würzburg an vielen Plätzen, so zum Beispiel auf der alten Mainbrücke oder in der Neumünster-Kirche. Die Fahne als Ortswappen entspringt allerdings erst einer späteren Zeit. Sie ist eine modifizierte Variante der Fahne des Herzogtums Franken und wird seit dem 16. Jahrhundert als Wappen der Stadt Würzburg geführt und in allen Dienstsiegeln benutzt.
 
Würzburg und Kaiser Friedrich I. Barbarossa
Eine der wichtigsten Ereignisse in seiner Geschichte erlebt die Stadt Würzburg im Hochmittelalter. Nachdem Sie Austragungsort des ersten Rittertuniers auf deutschem Boden war, heiratete Friedrich I. Barbarossa, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Beatrix von Burgund, Tochter des Grafen von Burgund, am 17. Juni 1156 auf dem heutigen Gelände des Deutschhaus-Gymnasiums. 1158 belehnte Kaiser Friedrich I. Barbarosse den Würzburger Bischof Herold mit der Herzogswürde - die Würzburger Bischöfe durften sich fortan "Fürstbischof" und "Herzog in Franken" nennen. Dieser Akt des Kaisers wird auch "Güldene Freiheit" genannt, was mit dem goldenen Siegel auf der Zweitschrift der Urkunde zusammenhängt
 
Wappen
Gründung der Julius-Maximilians-Universität
Am 10. Dezember 1402 erfolgte die Erstbegründung der Julius-Maximilians-Universität durch Fürstbischof Johann von Egloffstein. Es war die sechste Hochschulgründung im deutschsprachigen Raum, was die Universität Würzburg zu eine der deutschen Hochschulen mit der längsten Tradition macht; sie ist die älteste Universität Bayerns. Nach dem Tod des Fürstbischofs am 22.November 1411 wurde der Lehrbetrieb schnell wieder eingestellt, was mit ungenügenden finanziellen Mitteln, der Ermordung des Kanzlers der Universität und angeblich auch mit dem ausschweifenden Lebensstil der Würzburger Studenten zusammenhing. 150 Jahre später, 1582 gründete der Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn die Universität erneut, sorgte für eine ausreichende Finanzierung und legte strikte Regeln fest. So mussten die Studenten der Universität Würzburg bis 1734 katholisch sein. Erst dann öffnete sich die Universität durch Fürstbischof und Reichsvizekanzler Friedrich Karl von Schönborn auch Studenten anderer Konfessionen. Der kirchlich-katholische Charakter der Universität endete allerdings erst im 19. Jahrhundert, als die Stadt und der Hochstift durch den Reichsdeputationshauptschluss an Bayern fiel.
 
Hans Böhm, der Pauker von Niklashausen
Im Frühjahr 1476 rief der bis dahin unbedeutende Viehhirte und Musikant Hans Böhm die Menschen im Umkreis Würzburgs zur "Niklashäuser' Wallfahrt" auf und versprach den Wallfahrern völligen Ablass von Ihren Sünden. Außerdem predigte er die soziale Gleichheit, Gemeineigentum und Gottes Strafgericht. Als er immer mehr Anhänger und Zuhörer gewann (schon im Sommer 1476 sollen es ca. 70.000 gewesen sein), griff die weltliche und kirchliche Obrigkeit ein. Fürstbischof Rudolf II. von Scherenberg lies Böhm verhaften und als Ketzer zum Tode verurteilen. Am 19. Juni 1476 wurde er unter einem spontanen Massenprotest durch die Landbevölkerung auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
 
Würzburg während des deutschen Bauernkriegs
Während des deutschen Bauernkriegs (oder auch "Erhebung des gemeinen Mannes") ab 1924 wurde die Festung Marienberg, der das Deutschhaus-Gymnasium zu Fuße liegt, erfolglos berannt; die Aufständischen erlitten eine schwere Niederlage im Kampf mit den Truppen von Georg Truchsess von Waldburg-Zell und Bischof Konrad II. von Thüngen drohte sogar damit, die Stadt zu zerstören. Tilman Riemenschneider, einer der bedeutensten Bildhauer und Bildschnitzer zwischen Spätgotik und Renaissance, der zu dieser Zeit das Amt des Bürgermeisters inne hatte, stellte sich auf die Seite der Aufständischen und wurde nach deren Niederlage in der Festung Marienberg inhaftiert und gefoltert. Nach zwei Monaten Festungshaft kam er frei und führe bis zu seinem Tod 1531 ein zurückgezogenes Leben.
 
Wappen
Residenz Würzburg
Unter der Herrschaft des Fürstbischofs Johann Philipp Franz von Schönborn begannen die Bauarbeiten an der Residenz im Jahre 1719. Den Auftrag hierfür erhielt der damals 33-jährige Baumeister Balthasar Neumann. Silvester 1744 konnte unter dem Bruder des Bauherren, Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn der Rohbau vollendet werden. An den Bauarbeiten waren u.A. Giovanni Battista Tiepolo (Stuckateur; schuf im Treppenhaus das größte zusammenhängende Deckenfresko der Welt), Antonio Giuseppe Bossi (Stuckateur; schuf den weißen Saal) und Johannes Zick (Freskomaler; arbeitete am Gartensaal) beteiligt. Um 1780 war auch die Innenausstattung abgeschlossen und die Residenz diente fortan als Sitz der Würzburger Fürstbischöfe. Im 2. Weltkrieg wurde insbesondere der Südflügel der Residenz während des Bombardements am 16.März sehr stark beschädigt; der Grad der Zerstörung wurde mit 98% angegeben. Die wertvolle, bewegliche Ausstattung der Residenz konnte rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden und überlebte die Zerstörung des Gebäudes. Bis 1987 wurde die Residenz mit rekonstruierten Techniken und Methoden wieder aufgebaut. 1981 erhob die UNESCO die Residenz Würzburg zum Weltkulturerbe.
 
Würzburg wird bayerisch
Durch den Reichsdeputationshauptschluss 1804, der eine Säkularisation einleitete, geht der Hochstift und die Stadt Würzburg an das Kurfürstentum über. 1805 wurde Würzburg die Hauptstadt des gleichnamigen Großherzogtums, bis es 1814 erneut bayerisch wurde. Dabei wurde es direkt der Regierung unterstellt und somit zur kreisfreien Stadt und zum Sitz eines Verwaltungsbezirk, aus dem später der Landkreis Würzburg hervorging. Außerdem wurde sie Nebenresidenz des bayerischen Königshauses, dessen Abkömmling, Prinzregent Luitpold von Bayern später in Würzburg zur Welt kam.
 
Nobelpreisträger an der Universität Würzburg
Der 1845 in Lennep nahe München geborene Physiker Wilhelm Conrad Röntgen entdeckte 1895 in Würzuburg die nach ihm benannten Röntgenstrahlung bei seinen Forschungen an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Für seine Entdeckung, die die medizinische Diagnostik revolutionierte, als erster den Nobelpreis für Physik. Weiter Nobelpreise für Chemie gingen an Hermann Emil Fischer für seine Forschungen an Zuckern und Eduard Buchner für die Entdeckung der zellfreien Gärung. Insgesamt lehrten acht Nobelpreisträger der Richtungen Physik, Chemie und Medizin an der Universität Würzburg.
 
Der 16. März 1945
Weniger als zwei Monate vor dem Ende des 2. Weltkriegs bombadierte die Royal Air Force die Stadt Würzburg am sogenannten "Würzburger Schicksaltag". Während der 17 Minuten andauernden Bombardierung kamen über 5000 Menschen ums Leben und die Innenstadt Würzburg wurde zu 90% zerstört. Der Wiederaufbau der Stadt konnte nur durch die "Trümmerfrauen" und "Trümmermänner" erfolgen, an die noch heute viele Inschriften an wieder aufgebauten Häusern erinnern.
 
Neue Geschichte
1973 wurde die Stadt Würzburg mit dem Europapreis für Ihre Integrationsbemühungen ausgezeichnet. 1990 wurde die Bayerische Landesgartenschau in Würzburg, neben dem Sportgelände des Deutschhaus-Gymnasiums abgehalten. 2004 konnte die Stadt Würzburg ihr 1300-jähriges Stadtjubiläum feiern.
 
Söhne und Töchter der Stadt
Gerade in der neueren Geschichte der Stadt kann sich Würzburg einiger bekannter Persönlichkeiten rühmen. Dazu zählen Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig, ein in Franken und Bayern beliebter Kabarettist, Frank Baumann, früherer Mittelfeldspieler der deutschen Fußballnationalmannschaft und Dirk Nowitzki, Basketballspieler in der US-Profiliga NBA bei den Dallas Mavericks.
 
Daten und Fakten
Würzburg ist mit ca. 135.000 Einwohnern die fünftgrößte Stadt Bayerns und Sitz der Regierung von Unterfranken. Würzburg ist aufgeteilt in 13 Stadtbezirke mit 25 Stadtteilen. Amtierender Oberbürgermeister ist seit März 2014 Christian Schuchardt.