Der Bazillus ist die Schülerzeitung des Deutschhaus Gymnasiums. Er erscheint für gewöhnlich jedes Jahr einmal. Um einen Eindruck vom Bazillus zu gewinnen, gibt es eine kleine Leseprobe aus einer der letzten Ausgaben:
Grimmers Märchenstunde
Es war einmal ein König, der lebte in einem Land mit einer buntgemischten Bevölkerung. Hier traf man groß und klein, dick und dünn und fast alle klug. Im Großen und Ganzen genoss der König das Leben in seinem kleinen aber feinen Reich. Wenn er nicht gerade auf seinem Rundgang war und sich um das Wohlergehen seiner Untertanen kümmerte, verbrachte er viele Stunden auf seinem Thron um von dort aus weise und gerecht zu regieren. Glaubt man den Gerüchten, so hatte der König eine Palmwedlerin, die ihm sogar die heißesten Tage angenehm machte, was den Neid vieler Untertanen provozierte. So verbrachte er den Großteil seines Tages in seinem Thronsaal, empfing die Bürger des Landes und hörte ihre Bitten an, auch wenn er nur selten Zeit für diese hatte.
Doch es kam der Tag, da suchte ihn der königliche Berater auf und erklärte ihm, dass aufgrund des steigenden Bevölkerungswachstums ein neues Gebäude gebaut werden müsse. Der König wollte jedoch nicht nur ein einfaches Haus für seine Untertanen, sondern er wünschte sich ein traumhaftes, goldenes Schloss. Doch sein Berater machte seine Hoffnung zunichte. Denn dieser hatte schon fast die gesamte Schatzkammer für "blended High-Tech" geplündert; der König verstand nicht, was das war. Das machte ihn tieftraurig: seine gesamten Träume schwanden dahin.
Verzweifelt und wütend beschloss er, den königlichen Berater vergiften zu lassen. So stieg er in die Laboratorien der Gift-mischer und Alchemisten hinab, um einen Trunk in Auftrag zu geben. Auf dem Weg dorthin stieß er mit dem Chef-Alchemisten zusammen, der wie besessen vor sich hinmurmelte: “Ich habs, ich habs!" Der Alchemist zog ihn in sein Labor, wo schon sein Assistent Schorsch wartete. Der König erfuhr, dass die Alchemisten es endlich geschafft hatten, Kupfer in Gold zu verwandeln. Völlig begeistert, entschied er, das gesamte Schloss mit riesigen kupfernen Spiegeln zu verkleiden und so entstand ein rotschillernder Palast, dessen Schönheit alle Welt blenden sollte. Stolz stellte er sich vor seinen Spiegel und fragte diesen: "Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat das schönste Schloss im ganzen Land?" und der Spiegel antwortete: "Du nicht!" Trotzig machte er sich auf den Weg zu seinem Alche-misten.
Leider fand sich der zerstreute, alte Mann in seinen wirren Unterlagen nicht mehr zurecht; so war das gesamte Vorhaben zum Scheitern verdammt und der Spiegel behielt Recht.
Gedemütigt beschloss der König, seinen größten Kritiker, den Spiegel, auszuschalten. So holte er die Botanikerin an seinen Hof und beauftragte sie, den Spiegel mit Efeu überwachsen zu lassen. Aber diese wollte auch in ihrem eigentlichen Fachgebiet, der Ernährungsberatung, tätig werden und forderte den König auf, die ungesunden, automatisierten Lebensmittelhändler aus seinem Schloss zu verbannen. Da der König den Anblick des Spiegels nicht länger ertragen wollte, stimmte er der Forderung zu. Im Laufe der Zeit gewöhnten sich die Bewohner an das sprießende Grün im Schlossgebiet und fanden immer mehr Gefallen daran. Aus der einst großen Skepsis wurde Freude. So kam es, dass der Spiegel unter einer dicken Schicht Efeu verschwand und damit vergaß auch der König seine Sorgen mit dem Spiegel. So wartete dieser darauf, dass er von einem jungen Prinzen von seiner Efeulast befreit würde. Und wenn der Efeu weiter wächst, dann wartet der Spiegel noch heute.
Ähnlichkeiten zu bekannten Würzburger Plätzen und Persönlichkeiten sind rein zufällig und nicht von der Redaktion beabsichtigt. [JS|FA]