Bedeutung und Selbstverständnis des Faches
Stellen wir uns vor, Geschichte sei ein riesiges, weit verzweigtes Gebäude, in dem jeder von uns sich irgendwo aufhält. Es hat zahlreiche Stockwerke (Jahrhunderte), Türen und Fenster (Zugänge zu bestimmten Epochen und Ausblicke auf andere), Räume (Völker, Nationen, Staaten), Flure und Gemeinschaftsräume (Verbindungslinien, Gemeinsamkeiten). Damit wir uns darin zuhause fühlen oder einrichten können, müssen wir uns erst im „Haus der Geschichte“ auskennen; erst recht, wenn wir mitwirken wollen, es auszubauen oder umzugestalten.
Geschichte vermittelt also vertiefte Erkenntnisse über Strukturen, Entwicklungen, Ereignisse und Persönlichkeiten, die die Vergangenheit geprägt und die Gegenwart beeinflusst haben. Gleichzeitig fördert die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit die Bereitschaft, sich mit dem zeitlich und geographisch Fremden und Ungewohnten auseinander zu setzen und ihm mit Offenheit zu begegnen. Außerdem verdeutlicht und vertieft Geschichte den gesellschaftspolitischen Bereich und ist somit wichtiger Bestandteil einer grundlegenden politischen Bildung.
Beitrag des Faches zur gymnasialen Bildung und Persönlichkeitsentwicklung
Das Fach Geschichte hat sich in den letzten Jahrzehnten vom reinen Lernfach zum Denkfach entwickelt, das problematische Sachverhalte und deren differenzierte Behandlung in den Mittelpunkt stellt. Zu der dadurch bedingten Breitenwirkung des Faches Geschichte tragen folgende Charakteristika bei: Die inhaltliche Dimension. Sie umfasst regional- bzw. landesgeschichtliche Aspekte ebenso wie die deutsche Geschichte und gesamteuropäische bzw. weltgeschichtliche Aspekte.Historische Medienkompetenz ermöglicht die zielgerichtete Erschließung der Vergangenheit und die ausgewogene Behandlung der Gegenwart und bildet die Grundvoraussetzung für rationales Argumentieren.Verständnis für die unterschiedlichen Lebensformen und Mentalitäten der Menschen in vergangenen Zeiträumen und für fremde Kulturen der Gegenwart.dies ist die Voraussetzung für wertgebundene Toleranz gegenüber dem Neuen und Anderen.Kenntnis politischer Systeme und besonders der demokratischen Strukturen führt zur Wertschätzung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland.
Zusammenarbeit mit anderen Fächern
Das Fach Geschichte hat innerhalb des geistesgeschichtlichen Fächerkanons eine Schlüsselfunktion, da es geschichtliches Wissen bereitstellt, das zu einem vertieften Verständnis vieler Inhalte anderer Unterrichtsfächer beiträgt. Konkret betrifft diese Schlüsselfunktion die Zusammenarbeit mit folgenden Fächern:
- Religionslehre, Ethik: Entstehung, Entwicklung und Wertorientierung von Weltreligionen und philosophischen Richtungen (Christentum, Judentum, Islam, Humanismus, Aufklärung etc.);
- Deutsch, Fremdsprachen: Historische Grundlagen literarischer Epochen und Strömungen (höfische Dichtung, Barock, Sturm und Drang, Naturalismus etc.);
- Naturwissenschaften, Mathematik: Historisches Umfeld von Entdeckungen und Erfindungen (Astronomie, Entstehung des modernen Weltbilds, physikalische, biologische, chemische und technische Erkenntnisse und Neuerungen);
- Sozialkunde: Entwicklung und Beurteilung politisch-gesellschaftlicher Systeme ( attische Demokratie, römischer Staat, Feudalismus, Absolutismus, Aufklärung, autoritäre und totalitäre Systeme, moderne Demokratie);
- Erdkunde: Raum als Faktor von geschichtlichen Beziehungen; (z.B. Entdeckung der „Neuen Welt“ und Rückwirkungen auf Europa);
- Wirtschaft und Recht: Entstehung und Entwicklung von Wirtschaftssystemen (regionale, globale Wirtschaftssysteme bzw. -institutionen, Globalisierung);
- Kunst, Musik: Historisch-kultureller Kontext künstlerischer Werke (sakrale Musik und Kunst des Mittelalters, Expressionismus, Kubismus, Bauhaus, Blauer Reiter etc.).
"Wissenschaftliches Arbeiten"
Das Fach Geschichte verlangt generell, aber besonders stark in der Oberstufe, Methodenkompetenz. Dem trägt das DHG dadurch Rechnung, dass die Schüler der 11. Jahrgangsstufe im ersten Halbjahr ein zweistündiges Unterrichtsfach „Wissenschaftliches Arbeiten“ haben. Es beinhaltet folgende Aspekte:
- Arbeitsaufträge der Lernzielebenen „Wissen“, „Können und Anwenden“ und „Problemerörterndes Denken“ sowie deren exakte Definitionen;Umgang mit verschiedenen Textarten bzw. deren Analyse unter bestimmten Gesichtspunkten (= Arbeitsaufträgen);
- die politische Karikatur (Definition, Funktion, Analsye);
- das politische Plakat (Definition, Funktion, Analyse);die Statistik (Funktion, Problematik, Analyse);
- die historische Karte (Arten, Legende, Kartenmelemente, Auswertung);
- Erstellen eines Referats bzw. einer wissenschaftlichen schriftlichen Arbeit (Anforderungen, Strukturelemente, Gestaltungsmöglichkeiten etc.);
- Zeitmanagement (Planung und Strukturierung schulisch-häuslicher Arbeitsabläufe)
Der bilinguale Geschichtsunterricht
Eine besondere Aufgabe kommt in diesem Zusammenhang dem bilingualen Unterricht im Fach Geschichte zu, der den Schülern mit Hilfe einer Fremdsprache ein vertieftes Verständnis anderer Kulturen und der damit verbundenen Perspektiven vermittelt. Dieser zweisprachige Unterricht wird von einer Reihe von Geschichtslehrern am DHG in der Mittelstufe in Deutsch und Englisch durchgeführt.
Lehrkräfte
StR Alin, H. (E, G)
OStR Gräbner, J. (E, G)
StDin Hochmuth, C. (D, G, Sk)
StD Mallad, E. (G, E, Sk)
OStRin Neuberger, A. (E, G)
Pampuch, H. (D, G)
OStRin Reinhard-Popp, M. (D, E, G)
StRin Weigand, M. (D, G, Sk)
StR Zierl, Dr., A. (L, Gr, G, Phil)