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Deutsch lernen und Europa entdecken

Etienne und Oliver
Étienne aus Québec besuchte für drei Monate das DHG

Für drei Monate hatte das Deutschhaus-Gymnasium einen Schüler aus Kanada: Étienne B., der sonst in der Stadt St-Georges wohnt, nur etwa eine Stunde entfernt von Québec, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, besuchte von September bis Dezember als Gastschüler unsere Schule. Dort ging er gemeinsam mit Oliver M. aus der Klasse 10m zur Schule, besuchte aber zusätzlich auch Unterricht in anderen Klassen oder Kursen. In Französisch, seiner Muttersprache, unterstützte er beispielsweise die Schüler der elften und zwölften Klasse; auch in Englisch belegte er neben dem Unterricht in der zehnten Klasse ein W-Seminar der Q11 über die Sechziger Jahre: Sein Lieblingsfach, wie er erzählt. Im Fach Deutsch besuchte er unter anderem einmal in der Woche eine fünfte Klasse, wo er mit Freude aufgenommen wurde.
Und warum er aus dem französischsprachigen Québec nach Unterfranken gekommen ist? Um hier, wie er erzählt, „Deutsch zu lernen und Europa zu entdecken“. Seine Deutschkenntnisse sind schon sehr gut, wenn man bedenkt, dass er erst seit April einen Deutsch-Intensivkurs besucht hat, wo er sechs Monate lang drei Stunden pro Woche Deutsch lernte. In Europa war er aber nicht zum ersten Mal, zuvor war er bereits zweimal in den Urlaub nach Italien geflogen. In Deutschland war er aber zum ersten Mal. Was ihm hier besonders gut gefiel? Zunächst einmal das Essen, natürlich. Besonders die fränkische Bratwurst, Schnitzel und Leberkäse stehen bei ihm hoch im Kurs. Sehr gut gefallen haben ihm auch die verschiedenen Ausflüge, die er mit seiner Gastfamilie unternommen hat. So war Étienne in Bamberg und München, sowie für jeweils mehrere Tage in Berlin und Paris. Er ist also viel herumgekommen. Am besten hat ihm die deutsche Hauptstadt gefallen, vor allem die Museen und die reichhaltige Kultur in Berlin haben ihn beeindruckt.
Natürlich gibt es auch Unterschiede zu seiner Heimat jenseits des Atlantiks. Vor allem das Schulsystem unterscheidet sich erheblich. So hat er in Kanada am Vormittag vier Stunden à 75 Minuten, in Deutschland dagegen sechs Stunden, die mit 45 Minuten dafür deutlich kürzer sind. Da er in Kanada auch noch nachmittags ein langes Programm hat, kam er in Würzburg meistens schon früher nach Hause als normal. Aber auch manche Dinge im Alltag fand Étienne zunächst etwas ungewöhnlich, so sagt er zum Beispiel, an das Energiesparen hier habe er sich erst einmal gewöhnen müssen. Und natürlich musste er sich, wo jetzt zu Hause schon eine dicke Schneedecke liegt, auch erst einmal mit dem typischen Würzburger Winter mit Hochnebel und ohne Schnee abfinden. Dann stellt sich natürlich noch eine Frage: Wie hielt Étienne eigentlich Kontakt nach Hause? Per Skype und E-Mail, antwortet er. Und natürlich über Facebook.
Der Schüleraustausch auf gegenseitiger Basis dauert zweimal drei Monate und wird in Bayern vom Bayerischen Jugendring organisiert. Étienne besucht von September bis Dezember das Deutschhaus-Gymnasium, von Februar bis Mai 2012 wird sein Austauschpartner Oliver M. aus der Klasse 10m nach Québec fahren. Von dort wird er natürlich auch berichten.

Oliver M., 10m


Zu Gast beim Internationalen Filmwochenende

 

Bereits zum dritten Mal war im Jahr 2011 das Deutschhaus-Gymnasium zu Gast beim Internationalen Filmwochenende. In einer Sondervorstellung im Cinemaxx hatten über 80 Französischlerner aus den 9. Klassen und der Q11 einen Kinosaal exklusiv für sich. Christian Molik von der Filminitiative Würzburg begrüßte die Schülerinnen und Schüler und gab eine kurze Einführung in den Film “Le fils à Jo” - eine Komödie aus dem Süden Frankreichs über die Beziehung zwischen einem Vater und seinem Sohn und deren Leidenschaft zum Rugbysport. Im französischen Original mit englischen Untertiteln war der Film eine echte sprachliche Herausforderung, aber die amüsante und liebevolle Inszenierung kam bei den Schülern gut an und hat vielleicht ein wenig Interesse am weiteren Programm des Filmwochenendes geweckt.


S. Lampert

Vis-à-vis da Vinci: Q11-Schüler greifen im Louvre zu Bleistift und Pinsel

Französisch- und Kunstunterricht einmal anders: 16 Schülerinnen und Schüler des Französisch-Kurses der Q11 tauschten ihr Klassenzimmer gegen das Musée du Louvre in Paris. Zum ersten Mal durfte eine DHG-Klasse am Programm Classe Musée, einer Kooperation von Institut Français und Bayerischem Kultusministerium, teilnehmen. Und so entdeckten die Oberstufenschüler Anfang März 2011 das meistbesuchte Museum der Welt.
Während sich mancher Tourist nur eine halbe Stunde nimmt, um einen Blick auf Leonardo da Vincis Mona Lisa zu erhaschen, hatten unsere Französischlerner immerhin fünf Tage Zeit, um 5000 Jahren Kunstgeschichte zu begegnen. Die weltbekannte Sammlung des Louvre umfasst insgesamt 380000 Kunstwerke und beherbergt Kostbarkeiten wie die Sphinx von Tanis, die Venus von Milo sowie Meisterwerke des 18. und 19. Jahrhunderts von Delacroix und David. Auf dem Programm standen thematische Führungen zu Bildhauerei und Malerei, sowie zur Architektur des Gebäudes, das ab dem 12. Jahrhundert zunächst als Festung und später als Königsschloss diente und 1989 mit einer spektakulären Glaspyramide zum Grand Louvre erweitert wurde.
Alle Führungen und Workshops fanden auf Französisch statt - eine echte Herausforderung bei wirklich anspruchsvollen Themen, wie zum Beispiel beim Beschreiben und Interpretieren des berühmten Gemäldes über die Krönung Napoleons von Jacques-Louis David oder im Zeichenworkshop.
Dort zogen die Schüler mit Zeichenblock und Stift los, um sich unter Anleitung einer Kunstpädagogin am Abzeichnen von Reliefs und Skulpturen, wie zum Beispiel Guillaume Coustous Pferden von Marly, zu versuchen. Selbst wenn innerhalb weniger Stunden keine Meisterwerke entstehen konnten, waren die Nachwuchskünstler dennoch stolz darauf, dass ihre Zeichnungen – zumindest für einige Minuten – auf dem Marmorboden des Louvre „ausgestellt“ wurden.
Steffen Lampert
 
 

Croissants statt Krapfen – Studienfahrt des Kurses 2f nach Paris

Statt sich ins fränkische Faschingstreiben zu stürzen, brach ein  wackeres Häuflein eifriger Oberstufenschüler am Wochenende in aller Herrgottsfrühe in die französische Metropole auf. Paris in zwei Tagen – ein ambitioniertes Vorhaben! Historische Stätten (Place de la Bastille, Louvre), architektonische Spezialitäten (Musée d’Orsay, Centre Pompidou), touristische Musts (Montmartre, Champs Elysées) und Höhepunkte im Wortsinn (Tour Eiffel, Arc de Triomphe) – das straffe Pflichtprogramm des Paris-Erstreisenden wurde nicht nur ohne Murren absolviert, sondern sogar mit informativen Referaten angereichert. Dass neben den Besichtigungstouren noch Zeit für einen Theaterbesuch (la nuit d’un songe de mars – angenehmes Träumen), fürs Shoppen und sogar fürs Essen blieb, ist verwunderlich. Von der Pariser Frühlingssonne wohlwollend beschienen in jedem Fall ein vielseitiger Paris-Einstieg, der hoffentlich Lust auf mehr gemacht hat!
U. Meyer