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Wettbewerbe

Timon gewinnt beim bundesweiten Philosophischen Essay-Wettbewerb 2016/17

Mit großer Freude nahmen Schüler und Lehrer gleich nach den Winterferien die gute Nachricht aus dem Mutterland des gymnasialen Philosophierens entgegen. Timon aus unserer Q12 war es mit seinem philosophischen Essay „Über die Krise der politischen Freiheit“ gelungen die Jury des Philosophischen Essaywettbewerbs aus Nordrhein-Westfalen zu überzeugen. Sein Beitrag wurde aus über 1000 bundesweit abgefassten Essays ausgewählt. Dies ist umso bemerkenswerter, da es in Bayern im Unterschied zu anderen Bundesländern bislang keinen im Lehrplan verankerten Philosophieunterricht gibt.
Timon wählte ein Zitat der deutsch-amerikanischen Philosophin Hannah Arendt aus, wonach der Sinn von Politik die Freiheit ist. In seinem problemlösenden Essay untersucht er sehr kenntnisreich und umsichtig die Bedeutung dieses Diktums für unser so genanntes postfaktisches Zeitgeschehen.
Der Kollegiat erhielt dafür eine einwöchige Einladung an die Winter-Akademie in Münster. Dort trifft er sich mit dem engen Kreis der 25 bundesweit ausgewählten Essay-Schreiber. Aus ihnen werden nach philosophischen Vorträgen, Diskussionen und einem weiteren in einer Fremdsprache abzufassenden Essay die beiden Vertreter ausgewählt, die Deutschland bei der XXV. Internationalen Philosophie-Olympiade 2017 in Rotterdam vertreten.
Lieber Timon, die Ethik-Fachschaft gratuliert dir herzlich zu deiner großartigen Leistung. Für die nächste Runde wünschen wir dir das nötige Quäntchen Glück des Tüchtigen.
Hier Timons Essay zum Lesen.
 
 
 
Text und Foto: C. Dettmar
 

Bundes- und Landeswettbewerb Philosophischer Essay
Schuljahr 2016/17

 
Der jährliche philosophische Essay-Wettbewerb besteht aus drei Stufen: dem Bundes- und Landeswettbewerb, der Winterakademie in Münster und der Internationalen Philosophie-Olympiade.
Wähle eines von vier Themen:
I. „Auf die Frage nach dem Sinn von Politik gibt es eine so einfache und in sich so schlüssige Antwort, dass man meinen möchte, weitere Antworten erübrigten sich ganz und gar. Die Antwort lautet: Der Sinn von Politik ist Freiheit.“ (Arendt, Hannah: Was ist Politik? Fragmente aus dem Nachlass, hrsg. von Ursula Ludz, München/Zürich 1993, S. 28)
II. Trifft, wenn Sie eine Entscheidung treffen, Ihr Gehirn die Entscheidung?
III. „Es gibt faszinierende neue Forschungsergebnisse über den Ursprung von Altruismus und Fairness bei uns und anderen Tieren. Erhalten beispielsweise zwei Affen ganz unterschiedliche Belohnungen für die gleiche Aufgabe, verweigert der zu kurz Gekommene einfach die weitere Mitwirkung.“ (Frans de Waal: Das Prinzip Empathie. Hanser Verlag, München 2011, S. 16)
Welche Relevanz haben solche Beobachtungen für die Moralphilosophie?
IV. „[...] das Wissen macht uns weder besser, noch glücklicher.“ (Heinrich v. Kleist in einem Brief an Adolphine von Werdeck, 28./29. Juli 1801. In: Werke und Briefe, hg. v. Helmut Sembdner, Bd. II. Carl Hanser Verlag, München 1984, S. 679. Auch online verfügbar: http://www.kleist-digital.de/brief?id=letters/b_050.xml)
 

Die fünf Kriterien der Bewertung des Essays sind:

1) Relevanz für das Essay-Thema,
2) philosophisches Verständnis des Themas (nicht unbedingt fachwissenschaftliche Korrektheit),
3) argumentative Überzeugungskraft,
4) Kohärenz (innere Stimmigkeit),
5) Originalität.

Erfolgreiche Essays

(maximal vier Seiten lang, Times New Roman, 12 pt, drei Zentimeter Rand, einzeilig geschrieben)
  • formulieren meist mit klaren Begriffen eine klare These zum vorgegebenen Zitat
  • überzeugen ihre Leser v. a. mit klugen Argumenten
  • sorgen mit Beispielen für Anschaulichkeit
  • verwenden fachgerechte Quellenangaben und verzichten in der Regel auf unwissenschaftliche Quellen
Es kann helfen, Alternativpositionen darzulegen; diese dürfen dann aber auch polemisch angegriffen werden.
Nähere Auskünfte zu den Bewertungskriterien und zusätzliche Tipps könnt ihr von Herrn Dettmar erhalten.
Einsendeschluss: 6. Dezember 2016
Die Einsendung der Essays soll nach Vorentscheidung an der Schule gebündelt auf postalischem Weg über den Ethik-Fachlehrer erfolgen (bitte bis zum 2.12.2016 einreichen).
Im Kopf jeder abgegebenen Arbeit sollten der Name der Verfasserin bzw. des Verfassers, die Jahrgangsstufe, der Name der zuständigen Lehrkraft, die Schul- und Privatadresse (möglichst mit E-Mail) angegeben werden.
Am Ende des Essays soll folgende Erklärung stehen:
Ich versichere, dass ich die Arbeit selbstständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Quellen benutzt habe und alle Entlehnungen als solche gekennzeichnet habe. (Unterschrift)
Interessierte Schülerinnen und Schüler der 10.-12. Jahrgangsstufe können zusätzliche Informationen auch bei den Ethik- und Philosophie-Lehrern des DHG bzw. auf der DHG-Homepage > Fachschaft Ethik erhalten.
Bei der 2. Runde vom 7.-10. Feb. 2017 in Münster werden aus den besten Essayschreibern die beiden deutschen Vertreter für die Internationale Philosophie-Olympiade ermittelt, die Ende Mai 2017 in Rotterdam stattfinden wird. Außerdem werden die fünf erstplatzierten Essayschreiber zum Aufnahmeverfahren der Studienstiftung des deutschen Volkes eingeladen und bekommen ein Jahresabonnement der Zeitschrift „Philosophie-Magazin“. Dem Sieger wird zudem voraussichtlich ein bezahltes Praktikum beim „Philosophie-Magazin“ in Berlin angeboten.
Hier noch ein Bonmot zum Abschluss: Auf die Frage „Was ist ein Essay?“ antwortete der Essayist Hans Magnus Enzensberger: Ich verstehe darunter einen diskursiven Text, bei dem ich am Anfang noch nicht weiß, was am Schluss dabei herausspringt. Es kommt, wie der Name schon sagt, auf den Versuch an.                  (Zeit-Magazin, 12.8.2010)

Anleitungen bzw. Hilfe zum Schreiben eines philosophischen Essays:

Anfänger

Fortgeschrittene

 

Wettbewerbserfolge

Hervorragend: Jonathan Krude gewinnt Bundeswettbewerb „Philosophischer Essay“!

Erstens
Jonathan (Q12) hat zum zweiten Mal äußerst erfolgreich am Bundes- und Landeswettbewerb Philosophischer Essay teilgenommen. Es handelt sich um einen bundesweit ausgeschriebenen Philosophiewettbewerb für Schüler der Oberstufe. Aufgabe ist es, zu einem vorgegebenen Zitat einen Essay zu verfassen. Jonathan hat aus vier Zitaten das folgende von George Grosz gewählt: Wie viele Menschen wohnen denn in uns? Einer oben, einer in der Mitte, einer im Keller? Vielleicht auch einer gefesselt irgendwo in einem verriegelten Kabinett? Ich misstraue der Psychologie und der Psychoanalyse. [...] Man kann den Dämon des Menschen wohl andeutungsweise beschreiben, aber sezieren kann man ihn nicht [...] Der Dämon bleibt: Schmerzen, Tod, Liebe, Hass.
Dazu verfasste er auf Englisch einen Essay über den menschlichen Willen und die logischen Restriktionen seiner Beschreibbarkeit. Für den Wettbewerb werden jedes Jahr über 1000 Essays eingereicht, aus denen die besten 25 ausgewählt werden.
Jonathan überzeugte mit seinen Ausführungen die Jury und darf damit an der Bundesrunde teilnehmen.
Zweitens
Die Bundesrunde fand im Rahmen einer Philosophie-Akademie in Münster statt. Aufgabe war es, unter Klausurbedingungen einen Essay in einer Fremdsprache zu verfassen. Erneut konnte Jonathan sich gegen seine Mitstreiter durchsetzen und ist damit Sieger des Bundeswettbewerbs. Der Preis: Er ist als deutscher Vertreter zur 21. Internationalen Philosophie-Olympiade in Dänemark eingeladen.
Wir gratulieren ihm herzlich zu diesem herausragenden Erfolg!
 

Hier Jonathans philosophischer Essay: Reason and Emotion